Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 7-8 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Als ich die rabbinischen Flüche las, wurde ich an die Flüche erinnert, mit denen wir in Irland sehr bekannt sind, denn wir haben deren viele, wie ich zu meiner Betrübniß bekennen muß. Ich will nicht verächtlich von den römisch-katholischen Priestern reden, aber ich muß die Wahrheit sagen, und ich weiß es, denn ich habe Beweise dafür, daß, wenn die Priester finden, daß aller ihrer Anstrengungen ungeachtet die vom Papstthum Bekehrten nicht wieder zu ihnen zurückkehren wollen, dann die Flüche folgen; aber ich steue mich, sagen zu können, daß ich viele Hunderte, jajchkann sagen, Tausende im Westen Irlands gesehen habe, welche vom Papstthum zur Erkenntnis! der Wahrheit in Christo Jesu gebracht worden sind, und darin fest verharren unerachtet der Verfolgungen von den Priestern. Nur noch ein Wort und dann bin ich zu Ende. Jene zwei Rabbinen verließen die junge Dame, worauf ihr dann gestattet wurde, ihren Vater zu sehen. Sie wußte nichts davon, daß durch ihre große Beharrlichkeit in derWahrheit, sein Glaube ans Judenthum erschüttert worden sei; daher sprach sie, um das Heil seiner Seele besorgt: „Willst Du mir eine Bitte — die Bitte einer Sterbenden gewähren?" „Worin besteht sie?" erwiderte der Vater; „Du. weißt, daß ich sie Dir nicht verweigern werde." „Es ist die," antwortete sie, „daß Du niemals mehr daran zweifeln willst, daß Jesus mein Heiland ist, sondern daß Du ansangen willst, ihn zu lieben und ihm zu dienen. O, bedenke, mein th eurer Vater, was er für mich gethan hat! Lies nur das Neue Testament." ' Darauf sähe sie ihn fragend an. Nun hört seine Antwort. „Meine Theure, ich habe angefangen, es zu . lesen; ich habe gesehen, daß Deine Religion wahr sein muß. Ich habe nie erwartet, Zeuge von -einem Todtenbette zu sein, wie das Deinige ist, meine Tochter." Der plötzliche Wechsel der Gefühle war zu viel für sie; sie war nur noch im Stande zu sagen: „Lob — Preis;" und dann lag sie erschöpft da. Sie fing noch einmal an mit ihm über diesen Gegenstand zu sprechen, aber sie war so schwach, daß sie kaum einen Laut von sich geben konnte, und bald darauf lispelte sie: „Sieg! Sieg! “ und streckte ihre sterbenden Arme empor. Nach einigen Augenblicken sprach sie: „ Der Himmel ist — der Himmel ist," mehr konnte man nicht vernehmen. Darauf