Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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SS was er Hörte, seinem Gemüthe sorgfältig einprägte und dann sein eignes, Urtheil über die Dinge-von so großer Wichtigkeit fällte. Er bekannte mir frei und offen, daß seine religiösen Anschauungen mancherlei Veränderungen erlitten hätten, und daß die starren Lehren, in welchen er erzogen worden sei» sein Herz nicht mehr beherrschten. Er liest sehr fleißig die Bibel, und obschon er noch nicht überzeugt ist, daß Jesus von Nazareth der schon unfern Stammeltern im Paradiese verheißene Messias ist, so ist er sich doch seiner Schuld bewußt, und das wird ihn durch Gottes Gnade antreiben, seine Zuflucht zu der Hoffnung zu nehmen, die uns im Evangelio dargeboten wird. Ein Zufall, der sich vor einiger Zeit ereignete, wirft Licht auf seinen Charakter. Ein Jude, der im Besitze eines Neuen Testaments war, zeigte dasselbe einem Griechen; dieser überredete ihn, daß es ein sehr schlechtes Buch sei, und daß er es daher verbrennen möchte. Der Jude war bereits im Begriff, dem Rathe des sogenannten orthodoxen Orientalen zu folgen, als er dazwischen trat, das Buch kaufte und mit großer- Freude darüber, eine Frevelthat verhindert zu haben, Herrn Goldberg brachte." „Zwei Juden von Haskeny, welche den schlammigen Boden des Zweifels betreten haben und in Gefahr sind, immer tiefer hinein zu versinken, besuchten mich im Bücherladen. Ihre erste Frage war: „Wie können Sie beweisen, daß die Bibel wahr ist?" Da ich wußte, daß eine längere Beweisführung der Wahrheit der Offenbarung sie nur verwirren würde, so kehrte ich die Frage um und bat sie, mir zu sagen, was für Gründe sie zu der Annahme hätten, daß die Bibel nicht wahr sei. Sie hatten die gotteslästerlichen Erzeugnisse der Nacht berüchtigter Gottesleugner nicht gelesen, sondern behaupteten nur, daß Vieles in der Bibel sei, was sie nicht verstehen könnten. Ich fragte sie, ob sie denn mit ihrerWeisheit andere Räthsel lösen könnten, die weit mehr im Bereiche der endlichen Vernunft liegen, als die geheimnißvollen Wahrheiten der Schrift." Sie gaben meiner Bemerkung Beifall und hörten mit Muhe der Botschaft zu von der Erlösung durch des Lammes Blut, welche ich mich bemühte, ihren Herzen so kräftig einzuprägen, als eS meine immer noch unvollkommene Kenntniß des jüdischspanischen Dialekts gestattete. .Ich gab ihnen zwei Traktate, und