Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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90 denen, die nicht nur den Sabbath streng halten, sondern auch mit der -größte» Zähigkeit an dem kleinlichsten talmudischen Gesetze festhalten; aber wir wissen auch, daß ein Volk oder eine Religionsgenossenschast, welche die heiligsten Gesetze und die Grundprinzipien ihrer Religion muthwillig und leichtsinnig, oder aus irgend einem Interesse übertreten, nicht bestehen können, sondern zu Grunde gehen müssen. Mn solches Volk oder eine solche Religiousgesellschaft muß nothwendiger Weise völlig dem Unglauben und der Sittenlosigkeit verfallen, oder es muß sich eine Reaktion bilden, welche sich dem Uebel entgegenstellt; denn sind : erst die Grundpfeiler eines Gebäudes abgebrochen, so muß endlich doch das ganze Gebäude zusammenbrechen, wenn die Grundpfeiler nicht wieder aufgerichtet werden, mag man es auch noch so sehr von allen Seiten stützen. So wird und muß es auch dem Judenthum ergehen; es wird und muß zusammenbrechen, oder man muß den Grundpfeilern desselben wieder Geltung verschaffen. Und wollen die Juden nicht zurückkehren zu ihrem Gesetze und sich auch nicht vom Judenthume lossagen, so wird sich von außen her eine Reaktion oder Opposttion gegen sie bilden, denn eine Gesellschaft ohne bestimmte religiöse Prinzipien,, oder die sich auf Prinzipien beruft, die sie selbst mit Füßen tritt, kann nicht bestehen; sie hat und verdient keinen Glauben. Man sage nicht, das Ganze sei nichts weiter, als ein leeres Raisonnement, das rein aus der Lust-gegriffen ist. Das ist wahrlich nicht der Fall; es beruht auf Vernunstgründen, auf dem festen Boden der Geschichte, und vor-allen-Dingen auf dem unerschütterlichen Grunde des Wortes Gottes. Man lese nur das Wort Gottes, man forsche nur in der Geschichte der Völker, ja man sehe nur in sie hinein und-denke einmal ruhig und vernünftig nach, und man wird sich von der Wahrheit des Gesagten gar bald überzeugen; von allen Seiten würden die Beweise Einem in dieHände kommen. Werdameint, uns widerlegen zu können, der mag es thun; wir fürchten den Kampf nicht, von wo aus er auch immer geführt werden mag, ob von dem Worte Gottes aus, oder der Geschichte, oder mit.Vernunftgründen, wir werden jedem Gegner mit Ruhe und Entschiedenheit und ohne alle Leidenschaft entgegen treten, wie es in diesem Artikel geschehen ist.