Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 5-6 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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fertigen werden müssen. -- Dies Erröthen der Jugend steht im Dienste unserer Religion höher, als das fortwährende Talmudstudiren unserer Frömmler, welche die Hauptschuld auf sich laden, indem eine Schule und ein geregelter Unterricht im höchsten Wissen des Menschen ihnen ein Dorn im Auge ist, und sie daher jedes Zustandekommen einer solchen Anstalt durch alle möglichen Mittel zu vereiteln suchen." Zum Schlüsse spricht er noch den Wunsch aus, daß man suchen möge, Männer dafür zu gewinnen, „daß Hand gelegt wird an eine totale Beseitigung des sehr tief nagenden Uebess und der Jugend ein begeisternder und erhebender Religionsunterricht ertheilt wird." Hier nur einige Worte über das Erröthen der Kinder bei dem Namen Jesu. Der Berichterstatter sagt uns, daß es im Dienste der jüdischen Religion steht, und wirft den Juden eine dreifache Schmach ins Angesicht, welche es nicht hindern, daß ihre Kinder von diesem Erröthen befreit werden, oder ohne Erröthen den Namen Jesu aussprechen. Warum soll denn das Kind des Juden, warum soll der Jude erröthen bei dem Namen Jesu? Das kann doch nur darum sein sollen, weil er von den Juden als ein Auswurf betrachtet werden soll. Darum trifft die dreifache Schmach, welche er den Juden entgegen wirft, Christum selbst und die Christen. Aber lieber Herr Berichterstatter von der Warthe, sagen Sie uns doch gefälligst, was Jesus Böses gethan hat, worin sein Verbrechen bestand,, namentlich was er Ihnen gethan hat? Wollen Sie etwa sagen: Nun er hat ja über Jerusalem und mein Volk den Fluch ausgesprochen, so fragen wir dagegen, haben nicht die Propheten, oder vielmehr hat nicht Gott durch die Propheten dasselbe gethan? Wird da nicht die Propheten, wird nicht — doch wir wagen das Wort nicht niederzuschreiben, dieselbe Schmach fressen? Doch Sie wissen es sehr wohl, daß Jesus wohl über Jerusalem und ihre Kinder geweint und selbst am Kreuze noch für seine Mörder gebetet, aber nicht geflucht hat. Und wenn er den Fluch ausgesprochen hätte, was hätte der Jerusalem und ihrem Volke schaden können, wenn dasselbe gerecht, er aber ein Sünder, ein verabscheuungswürdiger Verbrecher gewesen wäre? Sie werden doch nicht etwa glauben, daß Gott die Verbrecher erhört, und ihre Drohungen erfüllt, die sie über den gerechten Richter aussprechen?