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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 5-6 (1854) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
5-6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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7S Wir können es dem Berichterstatter der Allg. Zeitung des Judenthums von der Warthe keineswegs verdenken, wenn er den Verfall des Judenthums beklagt und die Missionsschulen beseitigt wünscht. Wir würden es auch als einen tiefen Verfall des Christenthums beklagen, wenn Christen ihre Kinder in eine jüdische Schule schickten, zumal, wenn diese Schulen den Zweck hätten, die Kinder zum Judenthum hinüber zu ziehen; denn es ist ja wahr, was der Berichterstatter sagt: „Wer die Schule besitzt, hat die Zukunft." Aber wir würden doch in die größte Verlegenheit kommen, ein Urtheil über solche Schulen zu fällen, wenn in denselben das Neue Testament zum Grunde der Religion gelegt und den Kindern als ewige, göttliche Wahrheit, die in keiner Weise verletzt werden darf, eingeschärst würde, wie in den Missionsschulen es mit dem Alten Testamente der Fall ist. Wenn nun aber dabei die Kinder auch auf die messianischen Weissagungen hingewiesen werden, so wird kein Jude ein Unrecht oder gar eine Sünde hierin finden können. Hält er es aber für Sünde, daß die Kinder auch auf die Erfüllung dieser Weissagungen in Jesu von Nazareth hingewiesen werden, so mag er die Gegenbeweise bringen. Judenthum und Christenthum sind ja geschichtliche Thatsachen, und Jedermann kann, wenigstens in protestantischen Ländern, das Alte und Neue Testament mit einander vergleichen und sehen, ob es sich also verhalte, wie geschrieben steht. Was thut nun aber „der Berichterstatter von der Warthe?" Anstatt Beweise darzubringen, schimpft er auf die Juden, daß sie nicht dafür sorgen, daß bei ihren Kindern der Haß gegen Christum erhalten, und sein Name von ihnen fortwährend gelästert werde. Er sagt: es geht genügend daraus (nämlich aus dem Mitgetheilten) hervor, daß unsere Provinz Gemeinden zählt, die, horribile dictu! kein Bedenken tragen, den Kindern eine Brücke zum Uebergang bauen zu lassen und ihre Erziehung so einzurichten, daß — ihr Abfall mehr, als wahrscheinlich wird." Ihr Abfall, aber wovon? Etwa von Moses und den Propheten? Die werden ja gerade in den Missionsschulen gelehrt, als ewige göttliche Wahrheit, und die Kinder zeigen ja auch gerade „einen so regen und freudigen Eifer bei der Schristwahrheit," wie bei keinem anderen Gegenstände. Wie wäre da wohl ein Abfall

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