Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 3-4 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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61 Berechnung täuschen, denn die Tage, wo Geißel und Gefängniß einschüchtern konnten, sind vorüber, und selbst in Ländern unter der unduldsamen Herrschaft des Mahumedanismus, hat sich ein kesseres Element Geltung verschafft. Am 2S.^tarb Chacham Iben Gakar, das geistliche Oberhaupt der jüdischen Gemeinde. .Sein Leichenbegängniß, welches gegen, frühere Vorurtheile am folgenden Tage stattfand, -.wurde, (wie mir erzählt ward), von einer ungeheuren Menge Volks begleitet. Fünf Tage später hauchte auch Grer Germanos, der griechische Patriarch, seirs Leben aus. Die Juden freuten sich sehr über den Tod dieses alten Kirchenfürsten, da sie bestimmt versicherten, es sei eine Strafe des Himmels über die- Christianos (wie sie die Griechen nennen), welche über den Heimgang ihres verehrten Hauptes sich gefreut hätten. Die Missionare haben wenig Ursache beider Tod zu betrauern > da ihre Feindschaft gegen Licht und Erkenntniß sprüchwörtlich geworden war. . Der Kriegsruf hemmt alle Lebenspulse des Geschäfts und der Thätigkeit bis zu einer entsetzlichen - Ausdehnung, und Roth und Armuth fangen an sich der ganzen Hauptstadt zu bemeistern. Der Preis des Brods und der Kartoffeln sind um 80 pCt. gestiegen, und viele, welche früher ohne Sorge und in Bequemlichkeit lebten, befinden sich jetzt in den traurigsten Verhältnissen. Die Juden, welche hier die ärmste Klasse bilden, leiden schrecklich durch die Stille im Handel, welche die Aussicht des Krieges verursacht hat. Am Dienstage wurde ich von verschiedenen achtbarenPersonen um Unterstützung angegangen, und ich glaube, wenn ich ihnen nicht eine Kleinigkeit gegegeben hätte, sie würden nicht im Stande gewesen sein, am folgenden Tage mit ihren Familien zu fasten. Welche Sorgen, Unruhen und Wechsel der Hauptstadt des Mahumedanismus noch bevorstehen, weiß der Herr allein; und Er wird Alles zu seiner Ehre und zum Heile seines Volkes hinausführen. Der Besuch unseres Jüdisch-Spanischen Gottesdienstes am Sonntage ist im Zunehmen, und alle, welche Theil daran^ nehmen, suchen, wie ich glaube, die Wahrheit aufrichtig. Chacham M.— habe ich noch im Unterrichte. Er hat mich oft ernstlich gebeten, ihn »■