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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 3-4 (1854) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
3-4 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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59 Unterredungen, Vertheilung von Traktaten und anderen christlichen Schriften und selbst der gewöhnliche Umgang, Alles trägt dazu bei, die schlummernden Kinder Israels in der türkischen Hauptstadt aus ihrer Jahrhundert langen Betäubung und Gefühllosigkeit aufzuwecken, und bahnt den Weg zur Bekehrung und Wiedergeburt dieser'hartnäckigen und bigotten Anhänger des eitlen Systems einer mündlichen Ueberlieftrung. Das Evangelium ist unter den spanischen Juden kein Geheimniß mehr; im Gegentheil erkennen sie seinen göttlichen Ursprung an, beglaubigt durch die Wirkungen, die es hervorbringt, und starren mit Furcht und Zittern nach der Aussicht, welche sich für ihren so lange verehrten Glauben in der Ferne eröffnet. In der That bekennen Viele, daß die Tage des Rabbinismus gezählt sind, und geben gleich ihren mahomedanischen Herren zu, daß das Evangelium beide besiegen wird. Ueberall in der Hauptstadt sind die. Protestanten der Gegenstand des Tagesgesprächs und nehmen einen großen Theil davon in Anspruch. Selbst in Ortakeui, meinem Wohnorte, wo die Missionsthätigkeit neulich erst begonnen hat, sind die Juden so vertraut mit unserer Absicht, wie mit häuslichen Dingen, und nicht selten, wenn ich durch die Straßen geheschütteln einige Rabbiner,-wenn sie mir begegnen, mit einem Schauer der Verzweiflung den Kopf, was das tiefste Mitleid in meinem Herzen hervorruft, und mich zum ernstesten Gebete antreibt. Die armen Juden halten uns für ihre Feinde, weil wir ihr ewiges Heil suchen, und sie fluchen uns, weil wir unaufhörlich im Gebete mit Gott für sie ringen. Am Versöhnungstage, den 12. d. Mts., ereignete sich hier ein trauriger Vorfall. Zwei unserer Proselyten, einer ein achtbarer Mann aus Salonika, und der andere der Sohn des Oberrabbi in Smyrna, öffneten ihre Läden und betrieben ihre Geschäfte wie gewöhnlich. Sie hatten das auch am Neujahr und am Sabbath gethan und erwarteten daher nicht, daß die Juden irgendwie Notiz davon nehmen würden. Darin jedoch hatten sie sich sehr geirrt. Die ersten Zeichen der Mißbilligung wurden von einigen Knaben kundgegeben, welche vor den-Läden vorbeigingen und schrieen: „Protestanten, Protestanten. Allmälig kamen einige junge Männer und fragten, warum sie nicht diesen allerheiligsten Tag feierten. Sie

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