Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 glauben, fand nicht nur bei ihm ähnlichen Abenteurern, sondern auch bei namhaften Männern Anklang. Während dessen trug sich eine Begebenheit zu, die von Neuem ihn in Thätigkeit setzte. Johann Sobieski, König von Polen, starb im Jahre 1697, und sogleich hatte Öliger Pauli eine Offenbarung, der zufolge^ er zum König von Polen verordnet wurde, wo ihm zugleich der Auftrag ward, dieses Land mit dem türkischen Reiche zu vereinigen, damit er desto leichter die Juden.nach Palästina führen könnte. Mit diesem Allen war er noch nicht zufrieden. Im Interesse der Juden glaubte er auch der christlichen Trinitätslehre den Krieg erklären zu müssen, und er unterließ kein Mittel, dieselbe bei allen Christen zu verdächtigen. Hierüber wurde der ganze Klerus aufgebracht, und da auch viele Gesandte wegen der Belästigung ihrer Souveraine mit seinen Offenbarungen und Projekten sehr unzufrieden waren, so wurde er in Amsterdam eingesperrt. Dieses geschah wahrscheinlich in den Jahren 1697 und 1704. Aber schon in der Mitte des letztgenannten Jahres sandte er neue Roten an die europäischen Mächte, worin er sich seiner Gefangenschaft rühmte. Indessen dauerte seine Freude doch nicht lange, denn ganz unerwartet wurde ihm der Befehl ertheilt, Holland zu verlassen. Öliger Pauli betrübte sich sehr hierüber, und zwar,.wie er sich äußerte, nicht seiner eigenen Person, sondern einzig und allein der armen Juden wegen, die in Holland sich in so großer Menge befinden, und jetzt nach seiner Abreise so ganz verlassen dastehen werden! Arme Juden! er tröstete sich und seine Juden so gut er konnte und suchte in Altona und Hamburg bei den dortigen Juden und Christen sein Heil zu versuchen. Aber er hatte sich sehr verrechnet; denn in Altona hatte man nicht so viel Nachsicht mit ihm, als in Amsterdam, sondern man zwang ihn schon im Jahre 1705 die Stadt zu verlassen. Cr begab sich hierauf nach seiner Vaterstadt Kopenhagen, wo er 1714 oder 1716 im siebenzigsten Jahre seines Lebens starb. Öliger Pauli erregte vielen Streit über seine sonderbaren Lehren, und sehr zahlreich sind die Schriften, die gegen ihn erschienen sind. Feinde hatte er überall in großer Anzahl; aber es fehlte ihm auch nicht an Freunden und hohen Verehrern. Unter den Juden