Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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er mehr denn 100,000 Rthl. gewinnen konnte. Allem seine ihm immer begleitende göttliche Stimme soll ihn im Schlafe gewarnt haben,, das Getreide unter keiner Bedingung den Franzosen zu überlassen, da aber das Getreide bereits eingeschifft und unter Segel war, so überließ er die ganze Ladung einem.anderen Kaufmanne, um einen geringen Preis. So bekamen zwar die Franzosen das Getreide, allein er hatte doch wenigstens der ihn warnenden Stimme Gehorsam geleistet. Durch Träumereien dieser Art verlor er allmälig den größten Theil seines großen Vermögens, und endlich ließ er seine Frau und sechs Kinder zurück und ging in aller Stille davon. Im Jahre 1695 finden wir unseren Abenteurer in Paris, wahrscheinlich, um die letzten Trümmer seines Vermögens zu retten. Mit dem Aufenthalte in Paris beginnt seine eigentliche Missionsthätigkeir. Hier soll ihm durch eine göttliche Offenbarung der- Beiname Bait — n>a beigelegt worden sein, als Symbol des nächstens von ihm zu erbauenden Tempels zu Jerusalem. Von dieser Schwärmerei ganz ergriffen, bildete er sich ein, daß er berufen und vom Beginn der Welt zum Könige der Juden, der ihnen Palästina wieder erobern helfen solle, bestimmt sei. Deßhalb theilte er den ©einigen« die Nachricht mit, daß in Frankreich sein Glücksstern untergegangen sei, der aber in Palästina wieder erscheinen werde. Von diesen Gedanken suchten ihn zwar seine Freunde und Bekannte soviel als möglich abzubringen, weil sie es für rathsamer hielten, daß er statt einer abenteuerlichen Reise nach Palästina, nach seiner Vaterstadt, zu seinem früheren Berufe und zu seiner Familie, zurückkehren möchte. Indessen waren ihre Bemühungen vergebens, indem er, seiner vermeinten göttlichen Bestimmung gemäß, seinem Berufe nothwendig Folge leisten zu müssen vorgab. Er ging deßhalb nach Amsterdam, um den Juden sein Vorhaben mitzutheilen. Von hier aus suchte er eine große Anzahl Schriften, seine Messianität betreffend, abzufaffen und durch ganz Europa zu verbreiten. Auch Könige und Fürsten blieben von seinen Schriften nicht verschont. Mit großem Nachdruck und mit unglaublicher Beharrlichkeit forderte er alle Könige auf, Palästina zu erobern. Von allen Beherrschern Europa's erwies er ganz besonders dem König Wil-