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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 1-2 (1854) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
1-2 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Pa-scha und Kadi vorgeworfen, daß sie den weißen Turban ergriffen hätten, um kein Kopfgeld zu bezahlen. Um nun eine solche Beschuldigung von stch abzulehnen, müssen sie dann ansehnliche Geschenke geben, damit man sie nicht zwingt, sich in allen Dingen, gleich Muhamedancrn zu betragen. Sie lassen zwar ihre Kinder nach jüdischer Sitte am achten Tage beschneiden, dies ist aber das Einzige, was sie noch von den Gebräuchen der Juden beobachten'), sie fasten so wenig mit den Juden, als mit den Muhamedancrn, halten den Sabbath nicht heilig und schätzen das hohe Lied Salamonis höher als die andern heiligen Schriften des alten Testaments und den Koran. „Ich selbst," setzt Niebuhr hinzu, „habe niemals einen Dolmäh gesehen, und wenn ich auch Gelegenheit gehabt hätte, einen kennen zu lernen, so würde er mir doch wohl nichts von den Grundsätzen seiner Religion geoffenbart haben. Leute, die mit ihnen vertrauten Umgang haben, versichern, daß sie genau auf ihr Wort halten und im Handel keinen übermäßigen Vortheil verlangen rc." * 2) Merkwürdig bleibt es, daß die Thätigkeit und der Einfluß dieser Sekte sogar auf die Juden Berlins sich erstreckt hat. Viele hebräische Schriften sind zur Vertheidigung dieser Sekte in Berlin ') Woher Niebuhr weiß, daß die Beschneiduug das Einzige sei, was sie vom Judenthum beibehalten haben, und daß sie nicht fasten rc.rc. wissen wir nicht, und wir bezweifeln, um so mehr diese Angabe, als er selbst-oben mittheilte, daß sie „geheime Zusammenkünfte haben." 2) Peter Beer, dem wir bei dem letzten Theil dieser Arbeit in Ermangelung besserer Quellen benützt haben, bemerkt bei einer andern Gelegenheit über diese Sekte folgendes: Graf Thädäus Czaki sagt in seiner-Schrift über Polen, die französische Polizei unter Napoleon hat ihr Möglichstes gethan, das Geheimniß dieser cosmopolitischen Sekte zu entdecken. Die Agenten waren in allen Ländern verbreitet, vorzüglich gaben sie sich in Warschau, als dem Hauptsitze dieser Sekte, viele Mühe, den Schleier zu lüften, brachten aber nichts als Vermuthungen, aber keine deutliche Erklärung heraus.

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