Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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daß er auch Nathan die ihm von seinem Meister gemachte Entdeckung mitcheilte. Hiervon unterrichtet, lief Nathan, von heftiger Furcht ergriffen, weil er den Messias nicht gebührend verehrt habe/ in dessen Zimmer und warf sich auf die Erde und schrie: „O du Heil Israels, o, du Herr, sei mir gnädig." Sabbathai stellte sich ganz befangen über einen solchen Auftritt und fragte ihn: „wer hat dir dieses offenbaret? Nathan gestand, er habe diese Offenbarung von seinem Freunde Levi zu Salonich erhalten. Sabbathai erwiderte: „Dein Glauben gefällt mir, du sollst auch mein Vorläufer werden und der Glückseligste unter allen Erlösten in Israel sein." Diese Verheißung begeisterte Nathan dermaßen, daß er von nun an alles aufbot, den Anhang seines Meisters zu vermehren. Er unternahm es, an alle Juden im Orient und Occident Sendschreiben zu erlassen, die die baldige Ankunft des Messias-meldeten. Nach Deutschland und Polen berichtete er, daß der Messias in Palästina bereits erschienen sei und viele Wunder verübt habe, denen aber noch bedeutendere folgen würden. Diese Nachricht machte in Deutschland und Polen aus alle,Juden einen sehr großen Eindruck. Nur wenige bedächtige Rabbinen trauten dieser Nachricht nicht recht; doch wagten sie nicht mit aller Kraft gegen den allgemein verbreiteten Schwindel, der sich'aller Gemüther der Juden bemächtigt Hatte, anzukämpfen. Nicht minder thätig zeigte sich Nathan in Gaza selbst. Durch Lehre, und Predigt suchte er auf das Volk zu wirken. Nachdem er nun auf diese Weise seinen Zweck in G az a erreicht hatte, reisteer nach Jerusalem. Dort angelangt, sondirte er zuerst die Gemüther, welche für sein Vorhaben empfänglich wären. Er predigte in Conventikeln, sprach von der Verwüstung der heiligen Stadt und dem zerstörten Tempel und schloß mit der Verheißung, daß sehr bald diese Trauer in große Freude verwandelt werden würde, durch den bald persönlich erscheinenden Messias. Kaum hatten die Juden in Jerusalem den Aufenthalt des vermeintlichen Messias erfahren, so strömten sie in großen Schaaren nach Gaza, um ihm ihre Huldigungen dazubringen und ihn zu bewegen, in Jerusalem, als in der Stadt Davids, seinen feierlichen Einzug zu halten.