Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Magier aus dem Morgenlande nach Jerusalem gekommen waren, um sich nach dem neugeborenen Könige der Juden zu erkundigen,') hatte gleich, nachdem Christus auf Erden erschienen war, viele Betrüger und verschmitzte Heuchler veranlaßt, die ihnen hinlänglich bekannt gewesene Leichtgläubigkeit des Volkes zu benutzen und sich als Messias und Heilande auszugeben. Während der kurzen Zeit, in welcher der Herr auf Erden weilte, traten mit Mehr oder weniger Glück, mit größerem oder kleinerem Anhänge fünf solcher Volksverführer auf. Mehrere Hunderttausende büßten ihre Leichtgläubigkeit mit ihrem Leben; und viele Andere, die das traurige Leben noch retteten, ° mußten in harter Sklaverei ihr kümmerliches Dasein stiften. So trat im Jahre Zwei nach der Geburt Christi ein solcher Betrüger Mit Namen Judas Ezechiä auf, der sich als den Befreier und Erretter der Juden proklamiren ließ, und wurde zuletzt nebst vielen von seinen Anhängern von Herodes hingerichtet. Noch in demselben Jahre trat ein ähnlicher Betrüger, ein früherer Knecht des Her ödes, mit Namen Simeon auf. Auch er verschwand plötzlich und rühmlos, indem ihm der Hauptmann Gratus den Kopf abschlagen ließ. Im Jahre Drei setzte ein elender Hirt, Namens Athronges, sich die jüdische Krone auf; Archilaus aber ließ ihn diese Kühnheit theuer büßen. Im Jahre vier und elf trat der berüchtigte Judas aus Galiläa und Judas aus Gamla in ähnlicher Weise, wie die früheren Betrüger, auf und endeten ebenfalls gleich ihnen. Rach diesen vergeblichen Versuchen wurde das Volk etwas vorsichtiger. — Doch dauerte der Eindruck der in Folge der Leichtgläubigkeit erhaltenen Niederlage nicht lange, denn bereits im Jahre drei und dreißig wird wieder eines berüchtigten Betrügers, Namens TheudaS, Erwähnung gethan.2) Charakteristisch sind die Worte in erwähnter Stelle. „Vor diesen Tagen stand Thudas auf, und ggb vor, er wäre etwas, und hingen an ihm eine Zahl Männer, ') Anklänge dieser Erzählung finden sich im Talmud Irsvt.?«savbiw kol. 118, 6. kisbbs zu 2 Mos. cap. 35 zu Ende. 2) Apostelgesch, 5, 36.