Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Weltlichen Messias vergebens sein, und daß nur in dem von euern Vätern und noch von euch verworfenen und verspotteten Messias, Jesus von Nazareth, euer Heil in Wahrheit zu suchen sei. Verkennet ihr dieses, so hält entweder die alte Finsterniß euren Blick gefangen, oder die neue Austlärung hat euch geblendet. Nach diesen Vorbemerkungen gehen wir nun zur Skizzirung der Geschichte der falschen Messias selbst über. Wir werden uns, ohne Weitläufigkeit, größtentheils an die Geschichtsquellen selbst halten. * * * Die in der Geschichte der Juden so häufig vorkommenden falschen Messias sind nur dem Namen und der Zeit nach in der nachchristlichen Periode neu. Dem Inhalte und dem Objekte nach waren und sind sie zu allen Zeiten in der jüdischen Geschichte, gleich den Schmarotzerpflanzen, vielfach verbreitet und sie gehen wie ein rother Faden durch die jüdischen Begebenheiten hindurch. Sie sind unter dem Namen „falsche Propheten" hinlänglich bekannt. Schon Moses, — den Charakter seines Volkes genau kennend —warnt vor ihnen mit den ausdrücklichen Worten: „Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch wird aufstehen und giebt dir ein Zeichen oder Wunder und das Zeichen oder Wunder kommt, davon er dir gesagt hat, und spricht: laßt uns andern Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen, so sollst du nicht gehorchen den Worten solcher Propheten oder Träumer, denn der Herr, euer Gott, versucht euch, daß er erfahre, ob ihr ihm von ganzem Herzen und ganzer Seele lieb habet.«) Ferner, daß unter dir nicht gefunden werde ein Beschwörer oder Zeichendeuter, oder der die Todten fraget. Denn, wer ein solches thuet, ist dem Herrn ein Greuel..... doch, wenn ein Prophet vermessen ist, zu reden in meinem Namen, das ich ihm nicht geboten habe zu reden, und welcher redet in dem Namen anderer Götter, derselbe Prophet soll sterben. 2) Doch, diesen Geboten gab Israel wenig oder gar -kein Gehör. Die Zahl der falschen Propheten war in Palästina sehr bedeutend und ihr Einfluß steigerte sich, je nachdem die Könige für oder gegen sie gesinnt waren. Die -) 8 Mos. 13, 1 — 3. 2) Ibid. 18, 10—21.