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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 11-12 (1853) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
11-12 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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162 sogleich stoßen wir auf andere verzeichnete Traten, wo ebenfalls ein ungleicher Kampf geführt wurde, der eben so endete, wie der frühere. Mt^em FM und dem Unterliegen der Kämpfenden scheiMhr Mollen und Vollziehen untergegangen zu sein; aber dessen ungeachtet bleibt die Geschichte unermüdlich in der Aufzeichnung und in der Aufzählung der Thatsachen, die sie vergebens mit warnendem und drohendem Finger den Geschlechtern immer von Neuem vorhält. Selten verstehet der Mensch sich selbst; besser aber die Verhältnisse und Gegenstände der Außenwelt. Dasselbe gilt auch von ganzen Nationen. Nationalfehler werden selten, oder fast nie von der Nation, welche dieselben besitzt, richtig erkannt und beurtheilt, und wenn dies geschiehet, so ist es in der Regel nur dann erst, wenn in Folge solcher Fehler bedeutende Katastrophen und Krisen herbeigeführt worden sind; aber dann ruft das schreckenerregende Echo: „es ist zu spät." Eine neue Periode, mit neuen Erfahrungen, neuen Hoffnungen beginnt einem neuen Geschlechte; wird es diese Erfahrungen benützen? Aber auch sie waren vergebens; die neue Zeit bereitet .schon im Stillen eine neue Krisis vor. — — Solch' einseitige Geschichtsanschauungen haben allerdings nichts Erhebendes. Indessen erkennt der Christ trotz der vielen Verirrungen, denen das menschliche Geschlecht unterworfen ist, eine waltende Vorsehung, die mit mächtiger Hand zuletzt Alles zu der Begründung des Reiches Gottes auf Erden, wenn auch langsam, dennoch sicher und kräftig zum Ziele führt. Und von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, bleibt immer der Ausspruch wahr: Die Weltgeschichte wird in höchster Potenz zur Kirchengeschichte. Unbestreitbar und über jeden Zweifel erhaben wird diese Wahrheit bei der Betrachtung der Geschichte der Juden und des Judenthums. Von der Auswanderung Abrahams an bis zumWiederaufbau des zweiten Tempels, und von diesem wieder bis zum Untergänge des jüdischen Reiches ist nur Eine großartige Idee, der alle gleichzeitigen Begebenheiten coordinirt waren — die Verwirklichung und Realisirung der Ideen des Reiches Gottes, welches durch Christus vollendet werden sollte. Doch irrt man, wenn man glaubt, daß mit der Erscheinung Christi, mit der Zerstörung

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