Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 9-10 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 nächst nach dessen Ursprung? Im alten Testament steht kein Wort von irgend einem solchen Feste. Ja, im Propheten Ezechiel v 40/ 1 wjrd gerade das Versöhnungsfest am zehnten des siebenten Monats, wenn wir die Worte nj»ne.w in ihrer gewöhnlichen Bedeutung fassen, Neujahr genannt. > w Die Entstehung dieses Festes gehört gewiß der späteren jüdischen Geschichte an, und wenn wir dessen Ursprung noch so früh hinauf führen wollen, so können wir es doch nicht früher, denn etwa 100—150 vor unserer Zeitrechnung thun. , Die aus Babylon nach Jerusalem wiederkehrenden Juden waren ganz andere Juden denn ihre Vorfahren. Im Lande des Eroberers sich wohl fühlend, haben sie sich bald die Bildung des neuen Vaterlandes angeeignet, um ste mit der ursprünglichen jüdischen zu vertauschen. Als der Ruf durch Esra zur Zurückkehr nach dem heiligen Lande an die überall im Babylonischen Reich zerstreut lebenden Juden erscholl — so. waren nicht alle bereitwillig, dem Ruf Folge zu leisten.- Die angeeignete neue Bildung war aber nichts weniger, denn eine ursprünglich jüdische. Nach dem ausdrücklichen Zeugniß des Talmuds sollen selbst die jetzt unter den Juden gewöhnlichen Monats- und Engelsnamen durch die aus Babylon nach Palästina zürückkehrenden Exulanten in ihre neue Heimath gebracht worden sein. Der Jude, empfänglich für alle Bildung, gute wie böse, suchte sich auch in Babylon die dort einheimischen Wissenschaften — die Astrologie — anzueignen. Diese Aneignung einer dem wahren Judenthume und dem Worte Gottes ftemdartige Wissenschaft übte ihren yachtheiligen Einfluß auf has Verständniß der heiligen Schriften. Mt befangenem Blick zu denselben gehend, von Vorurtheilen, daß in denselben alle Wissenschaften enthalten sein müssen, umgarnet, wurden die Offenbarungen Gottes nicht mehr vom jüdischen Standpunkte aus aufgefaßt, sondern fremdartige Ideen, Anschauungen und Prinzipien wurden ihnen untergeschoben. Später erfuhren sie «in gleiches Schicksal durch den Einfluß der griechischen Philosophie, und die Schriftdeutungen Phi los liefern davon den schlagendsten Beweis. Doch übte keine spätere bei den Juden.heimisch gewordene Wissenschaft einen solchen gefährlichen und nachhaltigen Einfluß auf sie aus 10