Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 7-8 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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fgcher Tempel, Wucher allerdings nicht Anspruch machen kann mit feisten Vorgängern zu Wetteifern, mit dem Tempel Salomos, oder selbst mit dem zweiten Tempel, dessen Herrlichkeit von dem ersten bei Weite» übertroffen wurde, so können wir doch sagen, daß, wie die Herrlichkeit des zweiten Tempels größer war, als die des ersten, so ist die Herrlichkeit des dritten größer, als die des zweiten; denn Während der erste den Schatten der zukünftige» Güter hatte, und der zweite die leibliche Gegenwart, so hat der dritte den heiligen Geist und das Evangelium Christi in ganzer Fülle. So kann die kleine kunstlose Kirche auf dem Berge Zion, obschon gering und bescheiden in ihrer äußern Erscheinung, doch wetteifern mit dem ersten Tempel in seiner ganzest Größe und mit dem zweiten Tempel in all seinen hochgeehrten Beziehungen; denn obschon Christus nicht leiblich daselbst gegenwärtig ist, so ist er es doch geistlich, denn er hat gesagt: ,Siehe, ich bin bei euch, bis an der Welt Ende." Wenn er in jeder Versammlung seiner Anbeter geistlich gegenwärtig ist, wo nur immer zwei oder drei in seinem Namen versammelt find, sollte man da annehmen können, daß er nicht da, auf demselben Boden, den er so gerne betrat, gegenwärtig sein sollte, daß er vermeiden werde den Schauplatz, wo man seine Stimme hörte, wo er redete, wie nie ein Mensch geredet hat, und wo er sein kostbares Blut vergossen hat zur Reinigung der Sünder aus dem Hause Israel von ihren Sünden. Und ich kann bezeugen, daß der Bischof Gobat, auf dessen würdige Schultem der Mantel des guten Bischofs Alexander gefallen, eine merkwürdige Persönlichkeit ist, voll Eifer mit Besonnenheit, voll Weisheit mit göttlicher Einfalt, voll Geradheit eines Kindes mit Weisheit des Philosophen und des Politikers. Ich glaube, daß unter den kritischen Zeitumständeflkxin anderer auf diesen Bischofssitz erhoben werden konnte, welcher so dafür geeignet ist, wie er; und erlaubt mir die Versicherung hinzuzufügen, daß, wie diese Gesellschaft eine Protestantische ist, so ist auch er ein Protestantischer Bischof aus.vollem Herzen. Sanft und einfach in seinem Betragen überhaupt, und mild und gemessen in seiner Sprache; das einzige harte und scharfe Wort, das ich je von feinen Lippen aussprechen hörte, betraf einen jener Auswüchse nicht allein der abendländischen,