Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 7-8 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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damit ein Gedächtniß der Sünde geschehe; sondern wir reden von dem wahren Heiligthume im Himmel, in welches der Priester für immer nur einmal einging, nachdem er eine ewige Erlösung erfunden hatte. Diese Vergleichungen setzen uns in den Stand, den Juden das Evangelium in der erhabendsten Weise zu bringen, und einige ihrer eigenen heiligen Schriften enthalten sehr schlagende Beweise, daß sie nicht im Stande sind, dieselben ohne das Evangelium zu erklären. Von einem solchen Beispiele hatte ich zwei oder drei Male Gelegenheit, Zeuge zu sein, da ich mit nachdenkenden Judensprach — es betrifft eine Stelle aus dem 133. Psalm.— Der Prophet sagt: „Wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig bei einander wohnen. Wie der köstliche Balsam ist, der vom Haupt Aarons herabfließt in seinen ganzen Bart, der herabflließt in sein Kleid." Wo.ist hier ein Gleichmß? Ist hier irgend eine Aehnlichkeit zwischen Brüdern, die einträchtig bei einander wohnen und dem „Balsam", der herabfließt in Aarons Bart, ja bis auf den Saum seines Kleides? Ich ftage den Juden: können Sie mir irgend eine Aehnlichkeit zeigen? Rein, es giebt zwischen diesen beiden Dingen keine natürliche Aehnlichkeit, und doch irrte sich der Psalmist gewiß nicht, daß er hätte sagen sollen, daß „Brüder, welche einträchtig bei einander wohnen", gleich wären einer Sache, welche keine Aehnlichkeit hat. Welches ist nun die Erklärung hievon? Ich weiß nicht, ob heute ein Jude in diesem Saale ist, der noch ein Jude ist. Wenn es wäre, so würde ich einem solchen Manne in aller Liebe sagen: Mein Freund, was meinte denn Ihr Psalmist, als er sagte, daß „Brüder,, die einträchtig bei einander wohnen," gleich sind dem köstlichen Balsam, der.herabfloß bis auf dem Saum des Kleides Aarons? Was meinte er damit? Oder wenn er ihn mit dem „Thaue Hermons" vergleicht, und „dem Thaue, welcher herabfällt auf den Berg Zion", oder um Alles zusammen zu fassen, wenn er sagt: „Denn daselbst verheißt der Herr Segen und Leben immer und ewiglich?" Wollen Sie mir gütigst diesen Psalm erklären? mir das Recht dieser Gleichnisse zeigen? Und wenn Sie frei gestehen, daß Sie es nicht können und mich ersuchen, es zu thun, so werde ich es thun. Ihr Priester war ein Vorbild — ein Vorbild nicht nur unsers wahren