Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Die aus Spanien vertriebenen Juden ließen sich dagegen in einem Lande der Finsterniß nieder, wo der Mohametanismus die Staatsreligion, das Christenthum aber auf eine beklagenswerthe Weise verderbt ist. So wurde ihr Gesichtskreis umwölkt, sie wurden in Finsterniß eingehüllt, und verloren nicht nur im Laufe der Zeit das Licht, welches sie mit sich gebracht hatten, sondern nahmen auch Theil an der Roheit ihrer Meister. Ihre Mit-Rajahs (Unterthanen), die Griechen, suchten ihre Leiden, welche sie von den Türken zu erdulden hatten, durch Unterdrückung der Juden zu mildern, und gaben diesen so einen andern Grund, eine Religion zu verabscheuen, deren B ekenner ihnen so feindlich waren. Dies, glaube ich, wird den Unterschied erklären, welcher zwischen den beiden großen Zweigen des Volkes stattfindet, und den traurigen Zustand, in welchem wir nun den einen dieser Zweige hier finden. Was soll nun geschehen? Welches ist das Heilmittel, dessen wir uns bedienen können? Nichts als das Evangelium, nichts als die göttliche Wahrheit kann ihr Gemüth erheben und ihren Character wieder aufrichten. Um eine solche wünschenswerthe Veränderung hervorzubringen, müssen wir ernstlich ans Werk gehen. Träge Anstrengung wird nichts helfen, halbe Mittel werden nichts ausrichten. Wir müssen unsere Lenden fest umgürten, und so an das schwere Werk vor uns gehen. Wir wollen ernstlich für sie beten, aber wir wollen auch thun, was unsere Hände zu thun finden, wozu uns immer ihre lang vernachläßigte Lage, ihr erniedrigter Zustand auffordert. Dann dürfen wir auch hoffen, daß unsere Arbeit im Herrn nicht vergeblich sein wird; dann dürfen wir zuversichtlich die herrlichsten Erfolge erwarten. Das Wort der Weissagung verbürgt uns die höchsten Erwartungen; gerade diesem Volke ist eine unabänderliche Verheißung gegeben. Das, wovon wir Zeuge gewesen sind, das, was unter den polnischen Juden gewirkt worden ist, die Hunderte und Tausende, welche zur Heerde Christi gebracht worden sind, die noch größere Zahl der verborgenen Gläubigen, sie alle sind für uns die gewissesten Unterpfänder und müssen uns zu den größten Anstrengungen für ihre spanischen Brüder antreiben. „Gott hat sein