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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 3-4 (1853) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
3-4 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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03 bintsmus, — sie sicht es auch vor, sich mit Staub und Asche zu begnügen, statt das himmlische Manna zu genießen. Er blieb eine beträchtliche Zeit still, scheinbar in tiefes Nachdenken versunken; endlich sagte er: „Es ist jetzt Nicht Zeit zum Disputiren, ich werde aber zu einer gelegeneren Zeit bereit dazu sein und zwar schriftlich; denn ein Disput in Worten hat kein Ende; jeder kann sagen: so meinte ich es nicht, oder so sagte ich nicht." Ich nahm bereitwillig seine Herausforderung an, und er sagte mir dann, daß er in seinen religiösen Ansichten freier als andere sei, daß er nicht wie andere Juden glaubt, daß sie das alleinige Volk Gottes sind, und daß die ganze Welt nur um ihretwillen erschaffen wurde; er wisse, daß Unter allen Völkern gute und fromme Leute sind, welche Gott dienen und ihm angenehm sind. Hierauf erwiederte ich ihm: in einer Beziehung haben Sie recht; aber doch giebt es nur einen Weg, der zum Himmel führt, das ist Christus, welcher der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Es entstand ein anderer kleiner Disput, und als ich meine Worte aus der Bibel erhärtete, antwortete er, daß er zu einer gelegneren Zeit mir beweisen wolle, daß ich Unrecht habe. Jetzt trat der Schuldiener ein und sagte ihm, daß die Leute auf den Rabbi warteten zum Abendgebete. Daher stand er auf, reichte mir die Hand, und wir verließen beide die Stube. Aber er rief mich sogleich wieder zurück und fragte mich lächelnd, warum ich nicht heirathete. Ich sagte ihm, daß in Cairo nur wenig Protestanten seien, worauf er erwiederte: „Warum nicht eine Jüdin? Es sind hier viele schöne und reiche Jüdinnen und es giebt keine Hindernisse mehr für Heirathen zwischen den Bekennern der verschiedenen Glaubenspartheien." Das ist ein Lehrer in Israel und ein Vertheidiger seiner Religion! Der Schuldiener erinnerte ihn wieder, daß die Sonne bald untergehen werde, und daß die Leute auf ihn warteten/ um das Gebet anfangen zu können. Wir verließen abermals die Stube, aber er rief mich zum zweiten Male zurück und bat Mich um Verzeihung wegen seiner Opposition gegen unsere Schule, versicherte mir seine Hochachtung vor mir, und daß er mir durchaus Nicht entgegen gewesen sein würde, wenn ihn nicht der jüdische Schulmeister und einige blinde Fanatiker dazu

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