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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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170 mußten, und endlich zur bestimmten Zeit gab er seinen Sohn, damit er das Gesetz erfülle und dessen Fluch für uns erduldete. Der Sohn des Rabbiners schüttelte zweifelnd den Kopf und sagte: „In Ihrer Beweisführung liegt viel Wahrheit und Wahrscheinlichkeit, aber als Juden dürfen wir solcher Erklärung und solchem Glauben nicht anhangen." Ich ermahnte sie alle, mit dem Worte Gottes keinen Scherz zu treiben, und gleich ihren Vätern nicht darauf zu bestehet, den zu verwerfen, welcher der Herr des Lebens und der Herrlichkeit ist. Ihre Augen waren mit außerordentlichem Ernste auf mich gerichtet, während ich sprach, und ich bin überzeugt, daß sich der erhaltene Eindruck nicht so leicht verwischen wird. Ich bat die Mullahs, mir zu erlauben in der Synagoge an die Juden eine Ansprache zu halten. Sie schlugen mir dies nicht geradezu ab, aber ich konnte sehen, daß sie nur ungern in meinen Vorschlag willigten. Ich hoffe jedoch, daß die Bücher, welche ich verkaufte und unter ihnen austheilte, die beseligende Botschaft des Evangeliums in ihrem Gedächtnisse lebendig erhalten, und sie zu göttlicher Reue und zum Glauben an unfern Herrn Jesum Christum führen werden. Nach den genauesten Nachrichten, welche ich erlangen konnte, wird diese alte Stadt gegenwärtig von 500 jüdischen Familien bewohnt. Sie wohnen in einem besonderen Stadtviertel, und im Fall eines öffentlichen Aufstandes, welcher sie gewöhnlich der Raubgier der Geizigen, und der böswilligen Verfolgung der Mächtigen aussetzt, verschließen sie die Thore ihres Ghetto's, und genießen in dieser Weise einige Sicherheit bis der Sturm sich gelegt hat. Ihre Lage ist jedoch zu jeder Zeit eine sehr traurige und bemitleidenswerthe, und man kann ihre trägen und gebeugten Bewegungen, und ihr niedergedrücktes und kriechendes Betragen nicht ansehen, ohne von der schrecklichen Erfüllung der prophetischen Warnungen ergriffen zu werden. Ihre Hauptbeschäftigungen bestehen in Silberarbeit, Seidenweberei und dem Verkauf alter Münzen. Viele von ihnen sind wohlhabend und reich, wie mir Chacham Elijahu sagte; aber ach, was sind Schätze, welche hinter Schloß und Riegel versteckt werden müssen, und Reichthümer, welche den Besitzer nur mit Furcht und

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