Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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150 nungen. Aber wenn der Herausgeber einer religiösen Zeitung seine eigene Meinung ausspricht und uns ein treues Bild der ZuWnde seiner Religion oder Consession geben, oder den Zweck, die Aufgabe seiner Religion vor Augen stellen will, dann verlangen wir Einheit und Uebereinstimmung in diesen Darstellungen. Fehlt hier diese Einheit und Uebereinstimmung, oder treten uns hier sogar die größten, unauflöslichsten Widersprüche entgegen, wie sollten wir dann ein treues Bild über die Zustände, die Aufgabe und den Zweck der Religion, die das Blatt vertritt, erhalten können? Wie sollten wir dann nicht zu der Frage hingedrängt werden: Was ist Wahrheit? Das aber ist in der That bei der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" der Fall; da findet sich gerade in den Leitartikeln nicht nur keine Einheit, keine Uebereinstimmung, sondern oft gerade der größte, unauflöslichste Widerspruch. Der Beweis hievon mag hier folgen. Wir haben öfters Gelegenheit genommen, unfern Lesern die Ansichten mitzutheilen, welche die'Allg. Zeit. d. Jud. über die Religion Israels und deren Ausübung ausspricht. Nach diesen Ansichten ist die jüdische Religion, wie sich der geneigte Leser aus unfern Mittheilungen erinnern wird, die einzig wahre Religion und wird auch einst von allen Völkern als solche anerkannt werden; und sie ist darum die einzig wahre, weil sie allein die vernünftige ist, weil sie allein einen einzig-einigen, außerweltlichen Gott, als Schöpfer des Weltalls, und die Wahrheit lehrt, daß der Mensch nach der Ebenbildlichkeit Gottes erschaffen sei und sie noch an sich trage. Diese Religion ist auch von den Juden allezeit, vom ersten Anfänge an bis auf unsere Zeit herab, treu beobachtet und gehalten worden, und damit sie ein Eigenthum der ganzen Welt, aller Völker und Nationen würde, sind die Juden aus ihrem Lande vertrieben und auf der ganzen Erde zerstreut worden, denn durch diese Zerstreuung und in derselben treten sie mit ihrem Bekenntnisse von Gott, mit der Ausübung ihrer Religion überall als Zeugen der einzigen, ewigen Wahrheit auf. Wegen dieses Bekenntnisses und der Treue in der Ausübung ihrer Religion sind die Juden nun zwar stets von allen Völkern verfolgt und unterdrückt worden, ja man hat sie deswegen