Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 9 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554635-2554642--01716-2557564- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
141 Zum Beweise der großen Veränderung der Gesinnungen und Gefühle unter den Juden führt er einen Ausspruch eines sterbenden Juden an, der allerdings sehr bezeichnend ist. Er lautet also: „Ich weiß gewiß, daß ich als Jude sterben werde; ebenso bin ich gewiß, daß meine Enkel werden Christen werden; aber das Einzige, worüber ich ungewiß bin, ist das, ob meine Kinder werden Juden bleiben oder Christen werden." Zum Schluffe suchte Herr Dr. Moore noch nachzuweifen, daß keine Kirche zur Bekehrung der Juden so geeignet fei, als gerade die englisch-bischöfliche. Darauf wurde der Antrag angenommen., Der folgende Antrag war der, „daß diese Versammlung in der Anstellung so vieler Prediger aus dem Hause Israel sowohl in der englischen, als auch in andern Kirchen, und am Misstonswerke mit Dank einen Beweis des göttlichen Segens in den Bemühungen erkennt, welche zur Verbreitung des Christenthums unter den Juden gemacht worden sind; und sie fleht zum Herrn, daß diese Diener des Neuen Bundes aus dem Hause Israel befähigt werden mögen, Gott in dem Dienste zu verherrlichen, zu dem sie berufen worden sind." Dieser Antrag wurde von deM Herrn Misstonsprediger Ewald bevorwortet, und vom Herrn Prediger Pym unterstützt. Herr Prediger Ewald hob in seiner Rede zunächst hervor, daß die Missionare unter den Juden vor denen unter den Heiden darin einen großen Vortheil hätten, daß sie, wenn sie auch ihrer Gesundheit wegen genöthigt wären, fremde Länder zu verlassen und in ihre Heimath zurück zu kehren, doch in ihrem Berufe noch thätig sein könnten, da sie überall mit Juden zusammenkämen, zu welchen sie von dem sprechen könnten, der da gekommen sei, sein Leben für sie zu lassen. Die Missionare unter den Heiden hingegen müßten sich in solchen Fällen in die Einsamkeit zurückziehen fern von ihrer Missionsthätigkeit. Davon sei er selbst ein Beweis, deün obschon er Astika und Jerusalem seiner Gesundheit wegen habe verlassen müssen, so könne er doch sein herrliches Werk in der großen Stadt London fortsetzen. Er sprach sich dann über seine Wirksamkeit und die Erfolge derselben in London ausführlicher aus, wobei er darauf