Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1852-01-01 · 9 (1852) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
9 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554635-2554642--01708-2557556
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

133 dem führt er zur Bekräftigung seiner Behauptung die Worte des Targum von Jonathan zu Jesaias 66, 7 an, die also lauten: «snn vis »n« «S1V >on6nn «py »n** «St TV «wo «»San« t : t: -; das heißt wörtlich: „Bevor das Elend kommen wird, sollt ihr erlöst, bevor die Erschütterung durch die Zerstörung des Tempels kommen wird, soll der Messias offenbart werden." Die Juden waren über diese Stelle höchst betrübt, sie suchten sie zu deuten, zu drehen und zu wenden, aber vergebens. Den Ausgang der Disputation beschreibt Virga als sehr vortheilhast (sie!) für die Juden, was aber ein Falsum ist. Von christlichen Historikem wird gerade das Gegentheil behauptet. Nach ihrer Relation sollen nicht weniger als 5000 Juden in Folge des Ausgangs dieser Disputation die Ueberzeugung gewonnen haben, daß der Messias bereits gekommen sei, und daher sich auch taufen ließen. Hieronymus Surita L. XII cap. 46 in den Annalen von Arragonien, und Nikolaus Antonius in Bibi. Hisp.Vet. Tom. II. pag. 113, b. zeigen deutlich, daß Virga nicht nur die Zeit, worin die Disputation gehalten wurde, sondern auch das ganze Faktum verfälscht hat. Nach ihnen war nicht diese Disputation um das Jahr a»p—1353, sondern im Jahre 1412 in der Gegenwart des berüchtigten Papstes BenediktXIII (früher Peter de Luna), der sich damals in Avignon aufhielt. Gegen diese Thatsachen läßt sich nicht im geringsten ein Zweifel erheben, und wir könnten füglich hier schließen. — Aber es drängt uns sehr, eine Frage an die Gelehrten zu richten, nämlich diese: „Wie kommt es, daß die oben angeführte, so äußerst wichtige Stelle aus dem Targum in unfern Ausgaben fehlt?" Ich habe vor mir Burlorfs's Biblia rabbinica und die Antwerpner PoNyglotte. In beiden fehlt die erwähnte Stelle. Daß die Stelle unächt oder gar falsch sei, wagten die Juden selbst nach dem Zeugniße Dirga's nicht zu behaupten- Daß mit dieser Stelle, wie sie in unfern jetzigen Ausgaben sich findet, Korruptionen vorgenommett sind, ist ebenfalls sicher, indem die Antwerpner Pollyglotte von Burtorff's Biblia rabbinica in einigen Worten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.