Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 1 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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bedeutend, denn das Kirchlein war zum Erdrücken voll, und wir zweifeln keinen Augenblick, daß die meisten Theilnehmer einen reichen Segen mit nach Hause genommen haben. Herr Conststorial-Rath Wachler hatte die Güte, die Predigt zu übernehmen, welche wir auch unfern Lesern in der folgenden Nummer mittheilen werden, so wie den Brief von dem Bischof Gobot, den er in diesem Jahre wieder an die christlichen Freunde erlassen hat, und der auch bei unserer kirchlichen Feier vorgelesen wurde. Möge der Herr so wohl aus die Predigt, als auch aus den Brief einen reichen Segen legen. ' Soeben geht uns noch die Nachricht zu, daß Herr Pastor Valentiner, der von Sr. Majestät unsers theuren Königs als Seelsorger für unsere deutsch-evangelischen Brüder in Jerusalem nach dieser Heiligen Stadt gesandt worden, glücklich dort qngekommen ist, und am 25. Januar m der Christuskirche auf dem Berge Zion seine erste Predigt gehalten hat. Herr Pastor Valentiner wurde von dem Hochwürdigen Bischof Gobat der deutsch-evangelischen Gemeinde feierlich vorgestellt und empfohlen, worauf elfterer dann die Kanzel bestieg und eine kräftige Predigt hielt, worin er auch seine Dankbarkeit aussprach, daß er gewürdigt sei, in der so lange zertretenen aber doch heiligen Stadt das Wort seines Herrn und Meisters zu verkündigen, an dem Orte, wo die Füße unseres Herrn gewandelt haben, und sein Mund so oft von holdseligen Reden übergeflossen ist. Zu diesem Gottesdienste hatten sich aber nicht blos die Glieder der deutsch-evangelischen. Gemeinde eingefunden, sondern auch fast alle Engländer, welche der protestantisch-bischöflichen Kirche angehören mit dem Consul an der Spitze. Viele von den Engländern, die in Jerusalem wohnen, oder sich zeitweilig dort aufhalten, verstehen und sprechen deutsch, aber auch selbst diejenigen, welche von unserer Sprache kein Wort verstehen, hatten sich in der Kirche eingefunden, um mit ihrer Gegenwart Zeugniß abzulegen, daß ihnen dieser wichtige Tag nicht gleichgültig sei. So ist denn nun zur Ausführung gebracht, was gleich bei der Gründung des protestantischen Bisthums in Jerusalem von unserm ftommen und weisen Könige beabsichtiget wurde. Auch die Evangelischen deutscher Zunge im heiligen Lande haben nun ihren eigenen Seelsorger', und dürfen nicht mehr wie Schafe ohne Hirten umherirren, wenn sie sich nach der grünen Aue des Wortes Gottes sehnen, und nach dem erfrischenden Wasser, das aus dieser reinen Duelle fließt, dürsten; wenn sie sich sehnen nach Tröstung und Erquickung in den Mühen und Sorgen, in den Anfechtungen und Versuchungen dieses Lebens. Aber auch die beiden protestantischen Schwesterkirchen, die deutsche und englische, sind einander näher getreten, als je zuvor; es hat zwischen ihnen eine wahre evangelische Union stattgefunden; sie reichen sich einander die Hand und dienen einander in der Liebe Jesu Christi, und wirken beideMr das Reich und die Ehre