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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 12 (1851) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
12 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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178 Ei« Wort «ver Zu-enthum. Liest man die Schilderungen der Zustände im Judenthume, welche die Allgemeine Zeitung des Judenthumö nicht blos von Zeit zu Zeit, sondern fast in jeder Nummer aus den Gemeinden Israels bringt, so sollte man fast geneigt sein, die Wahrheit derselben zu bezweifeln, indem uns darin ein höchst klägliches Bild vor die Seele tritt, ein Bild gänzlicher Verwirrung und der Auflösung. Sieht man aber selbst in die Gemeinden hinein, oder macht sich sonst mit den inner» Zuständen des Judenthums bekannt, so findet man die gegebenen Nachrichten vollkommen bestätigt. Fast in jeder, auch der kleinsten Gemeinde haben sich Partheien-gebildet, welche einander feindlich gegenüber treten und sich gegenseitig zu bekämpfen und zu besiegen suchen. Dabei kommt es nicht selten zu Tätlichkeiten, selbst an dem Orte, der zur Verehrung und Anbetung Gottes bestimmt ist. Dies war z. B., wie uns berichtet wird, am> letzten Neujahrstage, und sogar am bald darauf folgenden Versöhnungstage, dem größten aller Feiertage, in einer Gemeinde in O.-S. der Fall, und wenn am Neujahrstage die Ordnung in der Synagoge nur durch die herbei gerufene Ortspolizei wieder hergestellt werden konnte, so geschah dies am Versöhnungstage nur dadurch, daß sich der Rabbiner eine Zeitlang aus derselben entfernte. Ueber solche Erscheinungen im Judenthume darf man sich auch gar nicht wundern; sie liegen in der Natur der Sache, und man würde sich wundern müssen, wenn es nicht so wäre. Das talmudischorthodore Judenthum enthält Lehren, welche Theils in keiner Weise mit der menschlichen Vernunft vereinigt werden können, Theils geradezu geschichtlich falsch sind, und nur so lange als wahr geglaubt und angenommen werden können, als das Volk im tiefsten Aberglauben und in Unwissenheit versunken ist und darin erhalten wird. Und in den Gottesdienst haben sich im Laufe der Zeit — um mit Herrn vr. Philippfohn zu reden — solche „Abgeschmacktheiten und Mißformen" eingeschlichen, welche sich weder mit dem Geiste der Zeit, noch mit der Bildung unserer heutigen Juden vertragen. Ein großer Theil der Juden, besonders aber das jüngere Geschlecht, will daher

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