Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 10-11 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Judenthume eine Bedeutung bei, die es durchaus Nicht hat, und die ihm auch von einem großen, vielleicht sogar von dem größten Theile der Juden nicht zugestanden werden wird. Er stellt die Sätze aus: ' „Unsere Religion ist die älteste der bestehenden positiven Religionen auf Erden." —„Unsere Religion ist die Mutter der übrigen positiven Religionen" — „Unsere Religion hat auf diese Weise einem großen Theile der Menschheit ihren" eigenen Charakter ausgeprägt." Wir wollen nicht mit dem Herrn Doktor über die Bedeutung rechten, in welcher er das Wort „positiv" gebraucht; aberfragen möchten wir ihn doch, wie er dazu kommt, von den heidnischen Religionen blos den Buddhaismus zu den „positiven" Religionen zu zählen, wenn überhaupt eine heidnische Religion positiv genannt werden kann? Warum denn nicht eben so gut den Bramaismus, oder die Religion des Konfuzius und des Laotseu, oder irgend eine andere der heidnischen Religionen? Enthalten die andern heidnischen Religionen etwa weniger positive Lehren, als der Buddhatsmus mit seinen unzähligen Untergottheiten? Run angenommen , eS wäre dem also, so wird Herr vr. Philippson doch nicht in Abrede stellen können, daß die übrigen heidnischen Religionen im Vergleich zum Buddhaismus wenigstens eben so viel Positives enthalten, wie der Buddhaismus im Vergleich zum Christenthume, und selbst zum Islam, und daß darum auch nicht der geringste Grund vorhanden ist, irgend eine von den heidnischen Religionen von den positiven" Religionen auszuschließen. Können wir demnach mit ganz demselben Rechte, mit welchem Herr vr. Philippson den BuddhaiSmus zu den positiven Religionen zählt, jede heidnische Religion zu diesen rechnen, so ist es offenbar falsch, wenn das Judenthum „die älteste der bestehenden positiven Religionen" und „die Mutter" derselben genannt wird. Denn Niemand wird leugnen können, daß das Heidenthum älter ist, als das Judenthum, und Niemand wird zugeben wollen, daß das Judenthum „die Mutter" des Heidenthums ist, auch nicht die Mutter des Buddhaismus, wozu doch Herr vr. Philippson dasselbe herabwürdigt. Doch,