Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 5 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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79 auch Gewinn bringend sein. Aber die Erpressungen berauben das Volk ihres sauer erworbenen Gewinnes, und bringen es schnell zu Mangel und Armuth. Jedes Pfund Seide zahlt mehr als den dreifachen Werth an Steuern, ehe sie gewebt werden kann; das Handwerk liegt daher sehr darnieder, und der Lohn der Weber ist sehr gering. Die wenigen Juden, welche an den Wohlthaten der Anstalt Theil haben, verdienen jeder die Woche nicht einen Schilling (10 Sgr.) und bevor sie nicht einige Fortschritte in ihrem Handwerke gemacht haben, was fünf oder sechs Monate Zeit erfordern wird, hängen sie gänzlich von der Anstalt und der Mildthätigkeit christlicher Mitgefühle ab. Nach einem späteren Briefe des Herrn Prediger Stern, vom 14. Februar, dauern die schrecklichen Verfolgungen der christlich gesinnten Israeliten nicht nur fort, sondern scheinen sich selbst noch vergrößert zu haben. Das von dem Worte Gottes abgefallene Judenthum zeigt sich hier so recht in seiner wahren Gestalt. Herr Stern schreibt: Die jüdischen Machthaber fahren fort, eine ungeschmälerte Feindschaft gegen unser Werk in Anwendung zu bringen; man ist zu den größten Zwangsmaßregeln geschritten, Am die einzelnen Personen zu verhindern, ihre Ueberzeugungen öffentlich auszusprechen. Kein Jude darf sich meinem Hause nähern oder in den Bücherladen kommen, ohne sich bei seinen ungläubigen Brüdern verhaßt zu machen, welche kein Mittel unversucht lassen, ihn entweder zurückzubringen, oder ihn zu Grunde zu richten. Vergangene Woche sagte ejn Jude, welcher vorgiebt mein Freund zu sein, und welcher einen bedeutenden Einfluß auf sein Volk ausübt, zu einem der heilsbegierigen Israeliten, die mich besuchen: », Ich setze mein Leben zum Pfände, daß ich es dahin bringen werde, daß sie gemordet werden." Der Gedanke jedoch gereicht mir zum großen Tröste und zur Beruhigung, daß das Christenthum mitten unter Versuchungen und Leiden seinen göttlichen Ursprung bewährt und seine tiefsten und festesten Wurzeln schlägt; und obgleich die Pflanze eine Zeit lang verborgen bleiben mag, so wird sie doch, wenn der Thau des Himmels sie befeuchtet und erquickt, und die Sonne der Gerechtigkeit den hartetl Boden erwärmt, schnell empor sprossen und