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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 5 (1851) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
5 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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_76 MMottsttachrrchtett. Bagdad. (Schluß.) Sie gaben zu, daß ich recht haben könnte, obschon sie zugleich behaupteten, daß fromme Handlungen in den Augen Gottes verdienstlich und ein Paß zum Himmel seien. Ich bot ihnen, einige Traktate an, welche sie aber höflich zurückwiesen aus Furcht, daß es dem Rabbi berichtet werden möchte. Nov. 5. — Heute sah ich verschiedene Juden aus Persien; sie gaben mir die Versicherung, daß ihre erste Frage bei ihrer Ankunft in Bagdad nach mir gewesen sei, und daß als man ihnen sagte, daß ich fort sei, die Welt in ihren Augen schwarz geworden sei. Sie theilten mir mit, daß die Juden an verschiedenen Orten Persiens sehnlichst auf meine Rückkehr zu ihnen warteten. Der Bediente eines englischen Geistlichen, der gegenwärtig hier ist, sagte mir dasselbe, und fügte hinzu, daß er von den Juden in Kasch an manche Begünstigung erhalten habe, weil er früher in meinem Dienste war. Das arme Volk! es weiß nichts von den Schwierigkeiten, welche einem protestantischen Missionar in jenem unglücklichen Lande entgegenstehen. Persien ist jetzt eins der unfruchtbarsten Felder, und so lange nicht große Veränderungen Vorgehen, wird es für einen Missionar unter den Juden unmöglich sein, sich daselbst aufzuhalten. Nov. 6. — Ich besuchte zwei von denen, die früher öfters zu mir kamen als heilsbegierige Seelen; sie empfingen mich herzlich. Nachdem wir uns einige Zeit unterhalten hatten, zeigten sie mir das Neue Testament und versicherten mir feierlich, daß sie es täglich lesen. Diese beiden Juden sind vollkommen überzeugt von der Wahrheit des Christenthums, aber ihr Glaube ist nicht stark genug, um der Wahrheit willen, Mangel, Verfolgung und Armuth auf sich zu nehmen. Es sind viele in dieser Stadt, welche an Christum glauben, aber nicht den Muth haben, das öffentlich zu bekennen. Nov. 8. — Es kamen drei Talmudstudenten aus dem Beth-Hamidrasch (Studirzimmer) zu mir und drückten ihre Reue darüber aus, mit mir sich unterhalten zu haben, da der Chacham ihnen deswegen

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