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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 1-2 (1851) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
1-2 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Auf diese Mittheilung aus Amerika lassen wir Auszüge aus dem Tagebuche eines jungen Freundes Israels folgen, der gegenwärtig in der Provinz S. unsers lieben Preußischen Vaterlandes umherreist, um den Juden das Wort Gottes anzubieten, und mit ihnen über die darin geoffenbarten Wahrheiten zu sprechen und sie ihnen an das Herz zu legen. Der Leser wird sich daraus ein Bild von dem traurigen religiösen Zustande unter den Juden in S. machen können, er wird sich aber auch gedrungen fühlen, um so ernster zum Herrn zu flehen, daß er sich doch bald aufmachen und sich seines armen »«irrten und verführten Volkes Israels erbarmen und es wieder zu sich zurück führen möchte. In dem Tagebuche unsers Freundes heißt es nun: Reise von B. nach R. Am —. Nachmittags um 2 Uhr reifte ich von B. ab. Das Wetter war rauh. In mich gekehrt, sammelte ich mich unterweges zum ernsten Gebet. Der Herr führte es in seiner unerforschlichen Weisheit so, daß ich schon unterweges die Bekanntschaft eines Juden aus R. machte. Eine Station von R. waren nämlich zwei österreichische Officiere und eine polnische Bauerftau eingestiegen. Diese unterhielten sich theils polnisch, theils gebrochen deutsch. So viel ging aus der Unterhaltung hervor, daß die Frau beinahe den Zug versäumt, weil ein Jude, der den Sabbath heiligte, sie nicht fahren wollte. Sie fluchte die Juden und nannte sie Bestien; einer der österreichischen Officiere stimmte dem vollkommen bei. Mir stieg das Blut ins Gesicht; ich bat den Herrn, er möge mir den rechten Weg zeigen, wie ich hier zu handeln habe. Da erhob sich aus dem hintern Wagenraume eine kräftige Stimme, und gebot der Frau, die mehr geschrieen als gesprochen hatte, Ruhe. Ich verwies hierauf die Frau, daß sie nicht nur leiser sprechen möge, sondern daß es sehr Unrecht sei, die Juden zu verfluchen; der Herr Christus selbst sei als Mensch ein Jude, und die Apostel und ersten Christen seien sämmtlich Juden gewesen. Sie schien zwar nicht alles zu verstehen, der österreichische Officier aber war ganz still und auch die andern Reisegefährten, die vorher üb« das Toben'der Frau gelacht, mißbilligten jetzt ihr Gebaren. Hierauf wandte sich ein Jude

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