Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 12 (12.1850)
- Date
- 1850-12-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbi und Lehrer seines Volkes -Wirkt, nachdem er aber die Wahrheit heS Christenthums, erkannt, dieselbe auch, unerächtet der unsäglichsten Leiden und Verfolgungen von Seiten der Zude» bekannt, und dann die heilige Taufe, so wie seine Ausbildung zum Missionare erhalten hat. Der Herr Bischof Gobat predigte bei dieser Feierlichkeit über 2. Tim. 4, 7. 8: „Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigeleA die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird." Die Hauptgedanken, welche der Herr Bischof in seiner Predigt entwickelte, sind: 1) Das große und herrliche Ziel, welches jeder gläubige Christ, besonders aber der Tiener am Evangelio vor Augen haben muß, —nämlich die Krone der Gerechtigkeit; und 2) welches sind die sichersten Mittel, dies Ziel zu erreichen. Die Predigt ist gedruckt worden, ist uns aber, leider! noch nicht zu Gesichte gekommen, daß wir Einiges daraus mittheilen könnten. Dagegen liegt ein Brief von dem theuren Bryder Lauria vor uns, in dem er sich über die Gefühle ausspricht, welche sein Herz bei dieser Feier, sowie bei der Rückkehr nach seinem Wirkungskreise bewegten, und diesen Brief thriley wir hier unfern Lesern mit. Herr Lauria schreibt: Obschon ich mich recht sehr sehnte, nach Egypten, meinem Wirkungskreise, zurück zu kehren, wo, wie ich hoffe, mich Gott als Werkzeug in seiner Hand gebrauchen will, um wenigstens einige von meinen umnachteten Brüdern zu dem Lichte seines Evangeliums zurück zu bringen; so stieg doch gar mancher Seufzer aus dem Grunde meines Herzens empor, das mir fast vergehen wollte, und meine Augen brachen in einen Strom von Thränen aus bei den Gedanken, welche gestern , als ich die theure und heilige Stadt Jerusalem verließ, nach und nach mein Gemüth durchkreuzten. Es war jedoch nicht die mit dieser Stadt in Verbindung stehende heilige Geschichte, die mich so bewegte; denn diese, ich bekenne es, war meinen Gedanken entschwunden, als ich vor den Felsen an der Außenseite der Stadt vorüber ging, vor den Felsen, zu welchen mich mein Vater bei unfern Abendspaziergängen zu führen pflegte, und wo ich ihm den Theil des Talmuds, den ich während des Tages gelernt hatte, wiederholen mußte, welchen Ort ich aber nachher wachte „zum Schatten des Tages vor der Hitze, und zu einer Zuflucht und Verbergung vor dem Sturm" der Verfolgung. Denn indem ich fürchtete, von den Zuden entdeckt zu werden, pflegte ich mich unter diesem Felsen zu verbergen, um in der Schrift zu forschen und das Neue Testament und andere christliche Bücher zu lesen, welche ich in einer Felsenspalte aufbewahrte. Unter diesen Felftn verkroch ich mich so lange, bis ich durch die Gnade Gottes beten konnte: Fels der Jahrhunderte, für mich