Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 9 (9.1850)
- Date
- 1850-09-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Sonntag den 14. April. Dem Herrn sei Dank, mährend unsers Gottesdienstes wurden wir recht erfrischt, und fühlten heute jenen Frieden, den die Welt weder geben noch nehmen kann. Am Abend wurden wir durch die unerwartete Ankunft des brittifchen Konsuls, Herrn Fine, von Zerusalem angenehm überrascht, welches keine geringe Erquickung für uns war. - Montag den 15. April. Diesen Morgen früh sandte Herr Fine nach den bedeutendsten Rabbinen, sowie nach den Angeklagten, und begann, bald nach ihrem Erscheinen, das Verhör. Gegen den armen Zonas wurden mancherlei Anschuldigungen vorgebracht, aber zu unsrer Freude erwiesen sie sich alle als falsch. Der Consul drückte sein Bedauern aus, daß so wenig Wahrheit unter ihnen sei. Zeit und Raum gestatten mir's nicht, alle Einzelnheiten während dieses Verfahrens zu erzählen. Die Verhandlung dauerte bis 4 Uhr Nachmittags, und ehe der Consul dieselbe für den heutigen Tag schloß, verlangte er von Rabbi Heller und den andern. Rabbinen, daß sie ihm ein schriftliches Versprechen des Inhalts bringen sollten: in allen ihren Synagogen bekannt zu machen, daß kein Zude oder Züdin, jung oder alt, sich in Zukunft erlauben sollte, den Missionar oder irgend einen Juden, der in seinen religiösen Ansichten nicht mit ihnen übereinstimmte, zu schlagen, mit Steinen auf ihn zu werfen, oder ihn auf irgend eine andere Weise zu belästigen. Rabbi S. Heller versprach in Gegenwart aller Andern, dies schriftliche Versprecher, am folgenden Tage einzureichen. Darauf entließ sie der Consul mit der Weisung, am andern Morgen früh wieder vor ihm zu erscheinen. Am andern Tage ging der Consul die Verhandlung noch einmal durch, wiederholte die Beweise für beide Theile und verurtheilte die Schuldigm. Zn einem Briefe vom 9. Mai, macht Herr Daniel die traurige Mittheilung, daß R. Zonas endlich den Bemühungen seiner Familie, seinen Entschluß zu ändern, unterlag, und demg^fläß zu ihr zurückkehrte. Er schreibt darüber kurz Folgendes: Am Montag Morgen, den 6. d. Mts. kam Zonas Frau wie gewöhnlich, und verlangte von ihm die Ehescheidung. Er war still, worauf sie um Erlaubniß bat, draußen mit ihm allein sprechen