Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 8 (8.1850)
- Date
- 1850-08-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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135 mir, sofort nach Jerusalem nach dem brittischen Konsul, Herrn Ttnn, zu senden, da sich die Juden darauf beriefen, brittische Unterthanen zu sein, und er sich deswegen nicht in ihre Angelegenheiten mischen könne und dürfe. Noch an demselben Abend fertigte ich einen Boten nach Jerusalem ab, durch welchen ich dm Herrn Prediger Nicolayson von dem Stande der Dinge unterrichtete. Freitag den 5. April Auch heute schon ganz in der Frühe begannen die Zuden sich wieder in und vor unserm Hause zu versammeln; allein der Gouverneur sandte freundlichst eine Anzahl seiner Leute, und ließ sie zerstreuen. Nachmittags erschienen AonaS Mutter und dessen Frau; letztere machte einen großen Lärm, bis ihr Mann ihr endlich befahl, das Haus zu verlassen. Seine Mutter ist eine recht ehrmwerche Frau; sie versuchte zuerst, ihn durch sanfte Ueberredung zur Rückkehr zu bewegen; als sie jedoch sah, daß sie dieser Weg nicht zum Ziele führte, gab sie ihren Gefühlen freien Lauf, und schrie und weinte bis spät des Abends. Zonas versuchte sie mit Gründen zu beruhigen, aber sie weigerte sich, ihm zuzuhören. Er versuchte, ihr aus der Schrift, mit der sie cheitweise bekannt zu sein schien, zu beweisen, daß Zesus von Nazareth der verheißene Messias sein müsse, der für die Sünden der Welt starb, und daß wir weder Frieden in dieser, noch Seligkeit in jener Welt haben können, wenn wir nicht an ihn glauben; allein sie wollte ihm nicht gestatten, von Zesu von Nazareth mit ihr zu reden. Da der Sabbach bereits begonnen hatte, verließ sie ihn beinahe in Berzweiflung. Sonnabend den 6. April. Heute haben die Zuden den. fürchterlichsten Cherem (Bann) ausgesprochen, der je in Safer gehört worden ist. M. ließ mir sagen, daß ich nicht zu ihm kommen möchte, und während des heutigen Tages ist kein Jude bei uns gewesen. Sonntag den 7. April. Wir hielten unfern Gottesdienst wie gewöhnlich, und Gott sei Dank, daß es uns vergönnt war, unfern Sabbach in Ruhe und Frieden zuzubrivgen. Nachmittags kam die Post von Jerusalem, die mir einen Brief von unserm theuren Freunde Nicolayson brachte.