Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 4 (4.1850)
- Date
- 1850-04-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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61 und ich verbrachte manche Stunde in einer -verhältnißmäßig kurzen Zeit, und so viel es mir die Umstände erlaubten in Auseinandersetzung und Erklärung der Schrift mit ihm, indem ich die Schrift mit der Schrift verglich und ihn darauf hinwies, wie jeder Theil und jede Stelle der Bibel sich um das Kreuz und das Grab Christi, des Gekreuzigten und vom Tode wieder Erstandemrn dreht. Die .Folge von dem Allen war, daß er am 20. November zu mir kam und mich dringend bat, ihn als Taufkandidaten anzunehmen; „denn, sagte er, Jude kann ich nicht mehr länger bleiben, und Christ bin ich nicht, und ohne Religion kann -ich nicht länger sein." Ich hatte darauf noch mehrere Zusammenkünfte und Unterredungen mit ihm. Auch hatte auf meine Bitte Herr Rosenfeld eine Unterredung mit ihm, nach welcher -wir, da sie für uns befriedigend ausfiel, was nämlich den Ernst -und die Aufrichtigkeit seiner Absichten betrifft, so weit wir urtheilen können, darin übereinkamen, ihn nach Warschau in die Anstalt zu schicken, als am besten geeignet zur Verwirklichung seiner -Wünsche; und demgemäß sandte ichihn mit einem Empfehlungs- - schreiben zu Herrn Prediger West. -- ' Die zweite Person, auf die ich bereits anspielte, ist em sehr geachteter jüdischer Lehrer in dieser-,Stadt, der mich öfters besucht hat, wo er dann Stunden lang bei-mir zubrachte in der-Unterhaltung -über den symbolischen Charakter der verschiedenen mosai- - scheu Gebräuche und Ceremonien, die Weissagungen und Vorhersagungen, die Ankunft, das Wesen und Werk des Messias betreffend, wie die Ansprüche und das .Wesen Zesu- und seine Wunderwerke und göttliche Lehre. Als er das letzte, Mal bei mir war, sprach er seine volle Ueberzeugung von der- Wahrheit des Christcnthvms aus, und sagte: Jesus sei der Freund, den er suche. Er befand sich in einem» sehr Hdrückten Gemüthszustande wegen der Schwierigkeiten und Hindernisse, die sich ihm entgegenstellen, das Christenthum öffentlich zu bekennen. Er sagte: „Ehe das Frühjahr kommt; bin ich entweder ein Christ geworden, oder die Hindernisse haben mich ins Grab gebracht. Zch ermahnte ihn ernstlich, inbrünstig und ohne Unterlaß zu dem Gotte aller Gnade