Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 4 (4.1850)
- Date
- 1850-04-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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60 bilstellrn, die sich auf die Ankunft - und das Werk des Messias beziehen. Bei dieser Gelegenheit schenkte ich ihm ein Neues Testament, mit dem stillen Gebete, daß es der Herr zur Bekehrung seiner Seele segnen möchte. Dieser Besuch wurde verrathen von. dem Sohne des Juden, -bei welchem der kleine ^Kdische Knabe, der im verflossenen Jahre so viel Liebe zum Herrn zeigte, zu der. Zeit in der Lehre war, als er zu mir kam, und . kr wurde nun deswegen von dem Rabbiner in W— aufgefordert vor ihm zu erscheinen. Dieser Rabbiner ist ein sehr bigotter Chasid und furchtbar feindselig selbst gegen den Namen Christ. Ich kenne ihn zufälliger Weise persönlich, und ich bin nie mehr beschimpft und verflucht worden, als von ihm, da ich ihn vor einem nnd einem halben Jahre besuchte. Bon ihm erhielt er nun einen heftigen Verweis. Dies schreckte ihn jedoch nicht zurück, das Neue Testament durchzülesen, was er heimlich that, bis-es eines Tages, da er es liegen gelassen hatte, von seiner. Frau gefunden wurde, die es sogleich als ein christliches Buch erkannte und zu seinem Bruder brachte, damit es verbrannt würde. Dieser jedoch, neugierig seinen Inhalt zu kennen, ist nun oft damit beschäftigt, dasselbe zu durchblättern. Auf diese Weise hat die bigotte Frau gegen ihren Willen dazu beittagen müssen, daß die Kenntniß dieses heiligen Buches weiter verbreitet werden muß gerade durch das Mittel, durch das sie die Verbreitung seines wirksamen Einflusses verhindern wollte. Unerachtet dieser verdrießlichen Störung in seinen Forschungen, hatte er einige heilsame Eindrücke von dem erhalten, was er gelesen hatte, und den Tag unmittelbar nach' meiner Rückkehr von meiner letzten Reise erhielt ich einen unerwarteten Besuch von ihm. Im Laufe des Gesprächs, das ich dann mit ihm hatte über das Wesen und die Lehren des Herrn Jesu, war seine Sprache, obschon abgemessen, doch w)ll von Achtung und Bewunderung seiner Person, als eines Mannes Gottes. Nach diesem kam er wiederholt zu mir und zeigte einen wahren Hunger und Durst nach der Erkenntniß von der Lehre des Kreuzes, wovon er bisher nur eine entfernte anziehende Empfindung hatte. Die Arbeit, die mir seine Fragen verursachten, war angenehm.