Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 4 (4.1850)
- Date
- 1850-04-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 mehreren Juden in der Straße, denen ich den Herrn Jesum als den Heiland der Welt predigte. ' : Okt. 29. — Heute früh traf ich mit mehreren Juden in der Straße zusammen nicht weit von meiner Wohnung. Nach einer langen Disputation über den Sabbathtag baten sie michsie nach Haufe zu begleiten, wo dann der Streit mit neuer Kraft fortgesetzt wurde. Endlich jedoch bekannten sie, daß sie in einigen Stücken unrecht hätten und daß die Rabbiner im Thalmud sich manches Jrrthums schuldig gemacht hätten. Okt. 30. und 31. — Diese beiden Tage verbrachte ich hauptsächlich damit, daß ich die verschiedenen Schulen besuchte. Durch die Gnade Gottes konnte ich einer großen Anzahl von Kindern das Evangelium verkündigen, obschon sich die Lehrer ernstlich bemühten, die Kinder davon abzuhalten, den Namen Jesu von Nazareth, des Lammes Gottes, welches träHt die Sünde der Welt, auszusprechen. Nov. 3. — An diesem Sabbachtage ging ich in eine andere Synagoge. Der für diesen Tag bestimmte Abschnitt des Gesetzes war 1. Moses Kapitel 18. bis 23. Ich erklärte den Juden die Verheißung, welche der Herr Abraham gab: „In Isaak soll dein Name genannt werden," und zeigte ihnen, daß diejenigen, die Glauben haben, Abrahams Saamen sind, wie Isaak. Auch bewies ich ihnen, daß das Opfer Isaaks ein bestimmtes Vorbild der Kreuzigung unsers Heilandes sei. Nov. 6. bis 9. — In diesen Tagen vertheilte ich an arme Juden einige Pentateuche, Traktate und Liturgieen. Die Liturgie zog in einer besonderen Weise die Aufmerksamkeit der Juden' auf sich. Sie waren ganz überrascht, als sie die verschiedenen Stellen aus der Schrift darin fanden, die in ihrem eigenen Gebetbuche so oft Vorkommen, und waren ganz erstaunt, nicht nur einen Psalm darin zu finden, der jedem Juden ganz bekannt ist, weil er jeden Freitag mit der größten Feierlichkeit in der Synagoge hergesagt wird, sondern daß der Liturgie sogar das ganze beigesügt ist.