Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 4 (4.1850)
- Date
- 1850-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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christlichen Kirche, und als Urkunde twn UHählichm EitOlhMevh welche über die Sitten, Gewohnheiten, Antiquitäten «Nd gesellfchastlichm Beziehungen Licht verbreiten/ ist derTalmudein ganz eigenihümliches Denkmalmit erstaunender Mühe und Arbeit errichtet, aber mit Kindereien ausstaffirt. Gleich der gegenwärtigen Lage der Zuden, vertrieben aus ihrem Lande, fern von ihrem Messias und ungehorsam ihrem Gotte, ist der Tatmud selbst ein Chaos, in welchem die widersprechendsten Dinge mbeneinander stehen. Er ist ein Werk, das in einigen Theilrn des gemeinen Verstandes baar zu sein scheint, in andern aber voll des tiefsten Verstandes; reich an abgeschmackten Spitzfindigkeiten und gesetzlicher List, voll von thörichten Erzählungen und wilder Einbildungskraft, aber auch Lehrsprüche und Parabeln enthaltend, welche, den Mangel der einfachen und erhabenen Würde der heiligen Schrift ausgenommen, einigermaaßen den Parabeln und Aussprüchen des neuen Testamentes gleichen. Der Talmud ist ein ungeheurer Haufen Schutt, auf drffen Grunde einige köstliche Perlen morgenländischer Weisheit gefunden werden. Kein Werk hat jemals den Geist seiner Verfasser treuer ausgedrückt. Dies sehen wir um so deutlicher, wenn Mir den Talmud mit der Bibel vergleichen. Die Bibel, das Buch der Bücher, ist dem Israel Gottes und durch Israel gegeben; der Talmud ist das Buch von Israel ohne seinen Gott verfaßt in der Zeit. seiner Zerstreuung, seines Elendes und seiner Entartung. Der Talmud aber ist auch nicht das einzige Rationalwerk, dessen sich die Juden während ihrer gegenwärtigen Gefangenschaft rühmen können. Vom ersten Anfänge an finden wir zwei andere Werke von demselben Range, die Masorah und Cabbaka. Die Masorah ist wohl bekannt wegen chreS großen Verdienstes, das sie in der Erhaltung und genauen Kennmiß des Alten Testaments hat, nach seinen Buchstaben, Accente« und Punkten. Dies ist von keinem geringen Werthe, obscho« chre Verfasser sich viel nutzlose Müht gegeben, drdem sie jrdm Vers, jedes Wort und selbst jeden Buchstaben in der Bibel gezähtt haben, Md aus dem BorhandensM eiues größern oder kleiner«