Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 3 (3.1850)
- Date
- 1850-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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38 bekannt wachen, und feine Zweifel werden-und müssen schwinden. Was Moses schon in der grauen Urzeit von diesem Volke geweiffagt, was die Propheten zu verschiedenen Zeiten wiederholt und von neuem eingeschärft haben, ist an ihm im vollsten Maße erfüllt worden, und wird täglich noch erfüllt. Seit Jahrhunderten ruht der Fluch auf dem armen verblendeten Volke, den Moses ihm in so vielen Stellen, besonders aber in seinem dritten Buche, Kapitel 26., und in seinem fünften Buche, Kapitel 28., androht, und an den es die Propheten so oft erinnern, im Fall es von Gott und seinem Gesetze abfallen würde. Alle Leidm und Schmähungen, die in diesem Fluche als Strafe des Abfalls genannt werden, hat dies Volk im buchstäblichen Sinne erduldet, und besteht doch bis heute noch als ein besonderes Volk, es hat nicht ausgerottet und vertilgt werden können. Und von diestn Leiden und Schmähungen ist es auch noch nicht erlöst und wird nicht eher davon erlöst werden, bis es seinen Abfall von Gott erkennen und bereuen, und sich dann wieder zu seinem Gott bekehren wird. Mag es auch sein, daß die Juden in einem großen Theile der Welt seit geraumer Zeit nichts von diesen Leiden wissen, ja hin und wieder volle Freiheit genießen und den andem Völkern gleichgestellt sind, so müssen ihre Brüder in andern Ländern doch noch die ganze Schwere des Fluches fühlen. Leidet aber ein Glied, so leiden sie alle, und die Glieder am Leibe, die nichts fühlen, wenn die andern leiden, sind todt und gehören dem Leibe nicht mehr an. Wenn daher die Juden, denen es wohl geht, noch Zuden sind, so können sie unmöglich unempfindlich und gleichgültig sein, wenn sie von der Schmach und den Leiden ihrer Brüder hören; sie müssen vielmehr diese Schmach und Leiden Mitfühlen und mittragen. Aber auch der wahre gläubige Christ kann nicht gleichgültig dagegen sein. Er weiß es, daß Israel immer noch das Volk Gottes ist, und noch ein Segen für die Welt werden soll. So lange aber Israel leidet, kann es diesen hohen Beruf nicht erfüllen, denn seine Leiden sind das Zeichen, daß es sich noch nicht zu Gott bekehret hat, sondern noch in seinen Sünden verharrt. Das aber thut dem Christen wehe, weil 3*