Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1850-02-01 · 2 (2.1850) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
2 (2.1850)
Date
1850-02-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2554541-2554612-2554615--01170-2556995
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

18 zu werden und mit den gläubigen Bätern des alten Bundes bei der offenbar gewordenen Religionslosigkeit und den Gerichten Gottes in unser» Lag« <W> zu stWKn: ,Mia-h«Ke» gosimdigt, Unrecht gechan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten gewichsm. Za, Herr, wir, unsere Könige, unsere Fürsten und unsere Väter müssen uns schämen, daß wir uns an Dir versündiget haben." So sollte die Christenheit^ so sollte Israel beten und sich zum Herrn wenden; denn seit lange wurde an dem gearbeitet und vorbereitet, was im letzten Zahre nun auf augenscheinliche Weise in die Wirklichkeit getreten ist. Eine alle wahre Gottesfurcht auSrottende, verflachende, fälschlich sogenannte rationelle Rrllgionsanschauung und Religionsauffassung hat dm Bibelglauben bei dm Christen verdrängt und bei den Juden den talmudischen Aberglauben, aber «ich die heilig« Scheu vor Gott und seinem Work untergraben. Wär der Inhalt der Predigten bei den alten Rabbiuen ein Zanken über die Hinwegsetzung von „Menschengeboten," so war und ist der Inhalt der meisten jungen Rabbinen ein bloßes Moralisten und ein schwülstiges Reden von „Gott, Tugend und Unsterblichkeit," von Reform und Emancipation. Wie viele Recepte haben doch diese Herren Doktoren verschrieben und wir wmig gründlich geheilt-! Das> was Herr Philippson die „Grundsätze" des Zudenthums nen«, nämlich „die Lehre von Gott, von der Gott-Ebenbildlichkeit deS Menfchm, vom Geiste; von öer Erkenntniß, vom Rechte, von der Liebe;" dies Alleshak man zum Ueberdruß von sogenannten christlichen und jüdischen Predigern hören müssm, und dabei wurdM die Kirche« und Synagogen immer leerer, die Herzen immer kälter und von Gow mtftemdekrr. Wie kommt es doch, daß es also gekommen Daher, weil man nicht «ük kindlichem, zuversichtlichen Glauben den lebmdigen, in seinem Worte geoffenbarken Gott veMtzrdGet hat. Weil man wohl von der- „Ebmbildkichkeit;" aber nicht vom FaA des Menschen, von seiner SundhaftkgKit, von ferner unabweiSlichm Crlösungsbedüvftigkkik, nicht von dem Sändenbestorer und EMfer gezeugt hak, von dem dev Hm grsiTt: „So euch' der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.