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Dibre Emeth · 1850-01-01 · 1 (1.1850) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
1 (1.1850)
Date
1850-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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16 stgen Juden genau zu unterrichten, gebe ich Ihnen nur einen kurzen Bericht darüber, wie ich ihn gefunden habe. Die gesummte Einwohnerzahl von Saloniki beträgt nach der gewöhnlichen Angabe 70,00V, die sich unter den verschiedenen Religionsgesellschaften also vertheilen: Juden 35,000; Katholiken von 1,500 bis 2000; die übrigen 15 bis 18 Tausend bestehen aus Griechen. Einige schätzen die Zahl der Juden auf 40,000 und Andere sogar auf 50,000. Der Grund davon liegt darin: An einem Orte, wo keine regelmäßige Zählung der Seelen statt- - findet, und wo jede Partei ihr Znterrffe dabei hat, ihre eigentliche Stärke zu verheimlichen, damit ihre Abgaben nicht erhöht werden, kann die Einwohnerzahl nur muthmaßlich angegeben werden, und widersprechende Angaben sind unvermeidlich. Ich habe alle Ursache zu glauben, daß ich die richtige Einwohnerzahl angegeben habe, und gewiß ist die Zahl der Zuden in Saloniki nicht größer, als ich sie angegeben habe. Lebten hier keine europäischen Zuden, so könnte man sagen, daß die ganze Zudenschaft aus lauter altgläubigen Zuden bestände, die für das Gesetz und die Ueberlieferungen der Väter eifern; allein die wenigen europäischen Zuden, die hier sind, haben einen großen Einfluß auf die morgenländischen. Sie sind größtentheils aus Ztalien und Frankreich hierher gekommen, von wo sie den verderblichen Unglauben mitgebracht haben. Sie haben überhaupt gar keine Religion, und betrachten Moses, den treuen Knecht Gottes, in demselben Lichte wie Muhamet, den Betrüger. Und da einige von ihnen große Kaufleute sind, so ist ihr Einfluß auf die andern Zuden durchaus nicht gering, und ich bedauere, sagen zu müssen, daß einige von den eingebornen Juden, die mit ihnen in Verbindung gekommen sind, von dem Strudel mit fortgeriffen und mehr oder weniger von dem Unglauben vergiftet worden ind. Diese sind, dem äußern Scheine nach, strenge Zuden, indem 'ie streng alle jüdischen Gebräuche beobachten, aber sind sie allein, o zeigen sie es, daß sie wenig Glauben an den Herrn und sein Gesetz haben. Möchte Gott dem hereinbrechenden Strome der Gottlosigkeit einen Damm entgegensetzen! — Dies Blatt erscheint monatlich in einem Bogen und kostet der Jahrgang 10 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Gedruckt und in Commission bei Trowitzs» Md Sohn in Franks«« a. d. v.

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