Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 12 (12.1849)
- Date
- 1849-12-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Gottes; die unsichtbare Gottheit, die wir Vater nennen, hat Ritzwand gesehen, außer der Sohn Gottes, welcher vom Anfang bei dem Vater war, und der Geist Gottes, welcher in den fünf Büchern Moses oft erwähnt wird, das ist der heilige Geist. „So sehen Sie denn — sagte ich zu dem Priester Amram — daß in den Büchern, an welche ihr Samaritaner eben sowohl glaubet, wie wir, eine Dreiheit in der Einheit geoffenbaret ist, die wir den Vater, Sohn und heiligen Geist nennen." Während wir uns so unterhielten, trat ein griechischer Priester in unsre Stube, und nahm Theil an unserm Gespräche. Der Priester Amram ist ein verständiger Mann, aber seiner Sekte sehr, ja fast fanatisch ergeben. Er sagte mir: „Es ist eine große Sünde, auch nur einen einzigen Buchstaben unsrer heiligen Sprache einem zu übergeben, der uys nicht angehört. Wir sind nicht wie die Zuden, die einem Jeden erlauben, ihre Bücher zu berühren und zu lesen; aber in ihnen ist auch nicht die heilige Sprache, in welcher das Gesetz ursprünglich vom Himmel hernieder kam, die Sprache, in welcher ihr Gesetz geschrieben ist, ist die Assyrische." Doch glaube ich, daß er sein Herz der Wahrheit nicht verschließt, wie auch noch einige Samaritaner wünschen sollen, besser unterrichtet zu werden. Ein großer Schritt dazu ist bereits damit gethan, daß sie ihre Kinder in die Schule gehen lassen, die von unserm Bischof errichtet worden ist. Die Zahl der Samaritaner ist nur gering, sie beläuft sich auf nur 160 Seelen. Ihre Gesichtszüge sind durchaus nicht jüdisch. Sie erlauben keinem Fremden, ihre Frauen zu sehen, doch wurde meiner Frau gestattet, eine Samaritanerin abzuzeichnen. — Herr Ewald besuchte auf seiner Reise noch verschiedene andere hejlige und in der Schrift berühmte Oerter und Gegenden, als z. B. das alte Samaria, jetzt Sgbusta genannt, Nazareth und Liberias; die Berge Ebal, Tahor, den kleinen Hermon und das Gebirge Gilboa; die Ebene Zesreel und die Gegend am See Tiberias, und macht im Verlaufe seines Berichts sehr interessante Mittheilungen darüber, so wie über die Unterredungen, die er an verschiedenen Orten mit Juden hatte. We gern wir unsern Lesern das ganze Tagebuch mittheilen möchten, müssen wir uns doch nur auf ein paar Bemerkungen über den Berg Ebal und das alte Samaria beschränken. Von dem Berge Ebal sagt Herr Ewald: Der Berg Ebal wird von, den Muhamedanern der Berg unsrer Frau Solima genannt. Sie erzählen, daß eine christliche Dame in Europa im Geheimen an ihren Propheten gläubig geworden und es bis an ihr Ende geblieben sei. Als Be-