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Dibre Emeth · 1849-11-01 · 11 (11.1849) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
11 (11.1849)
Date
1849-11-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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18S Beweis dieser Lehre wird angeführt, daß der Mensch nicht im Stande sei,' das Gesetz vollständig zu erfüllen und daß der, welcher es nicht vollständig erfüllt verdammt sei. Durch einen Bers aus 5. Buch Moses Kap. 27, 26. soll diese Behauptung bekräftigt werden. Dort heißt es nach der lutherischen Ueberseßuvg: Berstucht sei, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes erfüllt, daß er darnach ihue, und alles Volk soll sagen: Amen. Bor aller Beweisführung laßt uns erklären, daß eine Uebersetzung der fünf Bücher Moses und der Propheten, sei sie von einem jüdischen oder christlichen. Gelehrten, durchaus keine Heiligkeit, kein heiliges Ansehen in unfern Augen habe, und sohin keine Ehrfurcht von uns fordern kann. Nur der Urtext, die heilige Schrift in der hebräischen Sprache, ist eine heilige Schrift. Zhre Tiefen müssen wir zu erforschen und zu ergründen suchen und ihr alle mögliche Ehrfurcht zollen. Unterwerfen wir daher die Uebersetzung des angeführten Verses einer besondern Prüfung, so finden wir darin: erstens eine offenbare Verfälschung und zweitens eine unrichtige Uebertragung ins Deutsche.*) °)Jn dem Vorangehenden und Nachfolgenden liefert der Verfasser den beste« Beweis für die Wahrheit des Ausspruches des Apostels 1. Kor. % 14.:■ Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes; es ist ihm eine Thorheit, und kann es nicht erkennen. Es soll nicht wahr sein, daß der Mensch, der das Gesetz nicht vollkommen hält, verdammt sei, und der für diese Lehre angeführte Ausspruch Moses soll das nicht beweisen. Wir geben zu, daß keine Uebersetzung ein göttliches Ansehen hat, und daß das Wörtchen „alle" auch nicht in dem hebräische» Texte steht. Der Verfasser wird uns dann aber auch daS Recht einräumen müssen, seine Uebersetzung und Erklärung als falsch zu verwerftn, und ohne Zweifel wird er auch zugeben müssen, daß man immer besser chun wird, einem Manne, der in der Geschichte dasteht wie Luther, mehr Glauben belzumeffeu, als einem so kleinen unbekannten Lichte, wie der Verfasser ist. Daß nun aber Sucher wirklich nicht ohne allen Grund das Wörtchen „alle" eingeschoben hat, liegt auf der Hand. Wenn eS heißt: „Verflucht ist, wer nicht hält die Worte dieses Gesetzes," so wird doch keinem vernünftigen Menschen einfallen, daß irgend ein Wort, sei eS groß oder klein, übertreten werden könne, ohne daß de» Lebertreter die Strafe, der Fluch, treffen werde. Kan» aber kein« der Worte straflos übertreten werdm, nun so ist die Einschiebung des Wörtchens „alle" hinreichend gerechtfertigt, und der Sinn wird dadurch nicht verändert, sondern nur

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