Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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165 Schatz eurer Religion, den ihr auf der gefahrvollen Reise mit nehmt. Aber ihr wisset auch dieses Wenige nicht zu würdigen. Ihr kennet die Gebote nur aus der Uebung. Die hohe Bedeutung derselben ist euch fremd.") Sie müssen euch daher nothwendig sehr bald beengend und hindernd, ja, sehr lästig erscheinen. Zhr suchet euch der Bürde zu entledigen und die Schranken niederzubrechen."") Zuerst sind es die Speisegesetze, die ihr übertretet. Zhr reiset wochenlang und findet nur selten Obdach und Bewirthung bei euren Glaubensgenossen, denn eure erlernte Kunst zwingt euch Länder und Gegenden zu besuchen, in denen nur wenige Juden wohnen. Und wenn auch nicht immer die Noch, so ist es wenigstens die Lust, die euch verleitet, eure Person zu verunreinigen mit dem, wovon es 3. Mos. 11. heißt: „Verunreiniget euch nicht daran, daß ihr nicht unrein werdet durch sie;" und wovon auch der Prophet Hcsekiel, Kap. 4, 14 sagt: „Ach Herr! Gott! siehe es ist meine Seele nie verunreinigt worden, Aas und Zerrissenes habe ich nie gegessen, von meiner Zugend an bis jetzt, nicht kam in meinen Mund das Fleisch eines Verworfenen;" und gegen welches Zesaias so heftig eifert, Kap. 66, 17: „die sich heiligen und sich reinigen in den Gärten, dem einen (Götzen) nachgehend in der Mitte; die da essen das Fleisch vom Schweine, und Gräuel und Mäuse — allesammt sollen sie dahin schwinden, spricht Gott." Etwas härter mag es manchem von euch geschehen zur Zurücksetzung des heiligen Sabbaths. Da aber die mei- *) Wenn doch der Hr. Verfasser uns die „hohe Bedeutung" der tausendfachen Ceremonicn des Thalmudischen Judenthums angeben wollte! °°) Was bleibt dem armen Jude» anders zu thun übrig 1 Gesteht doch der Verfasser es selbst sogleich, daß er aus Roth dazu gezwungen ist. Er beweist aber mit diesem Zugeständnis, was wir schon tausend Mal ausgesprochen haben» daß cs für den Juden, sobald er in den öffentlichen Verkehr tritt» durchaus unmöglich ist, seine Religion zu halten, wie er ja überhaupt selbst die mosaische Religion nur In Palestina halten kann. Mit der Emanzipation fällt das Judenthum. Denn einem Juden, der ein Amt bekleidet, ist es unmöglich, seine Religion zu halten, wenn nicht Ausnahmegesetze gegeben werden; dann aber wäre es wieder keine Emanzipation, sondern eine Bevorzugung der Jude» vor andern Confesstonen und Religionen.