Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554598-2554609--01097-2556918- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
■..—-- lT'".IP™ 162 werden daher auch die von uns beigefügten Anmerkungen ganz Kberflüßig erscheinen. Allein wer das Zudenthum und die Juden näher kennt, dem werden sie, um der.Juden willen, nicht nur nicht überflüßig, sondern durchaus nothwendig erscheinen. Viele Juden in Deutschland, man kann sagen die meisten, besonders unter dem Kaufmanns- und Handwerkerstande, und dann das ganze weibliche Geschlecht, wissen fast so viel wie nichts von Religion; sie kennen das Iudenihum eben so wenig wie das Christenthum. WaS sie allenfalls wissen, sind, wie der Verfasser selbst sagt, nur äußere Dinge und Ceremonien, und daß sowohl nach den Aussprüchen der orthodoxen als auch der neuern Rabbinen, die jüdische Religion allein die volle Wahrheit enthalte, und darum auch einst die Weltreligion werden müsse. Dazu kommt noch, daß dem Juden von seiner Kindheit an eingeprägt wird, daß der Jude, welcher seine Religion verläßt und zum Christenthume Übertritt, ewig verlorm ist. Wir machen damit denjenigen Juden, welche ihre Religion allein für göttliche Offenbarung halten, keinen Vorwurf, im Gegentheil müßten wir ihnen den Vorwurf der schnödesten Gleichgültigkeit gegen ihre Kinder und Glaubensgenossen machen, wenn sie das nicht thäten. Denn ist die jüdische Religion, auch wie sie in dev letzten 1800 Jahren bestanden hat, die allein von Gott geoffenbarte, und ist Jesus nicht der verheißene Messias und das Christenthum darum auch nicht die Erfüllung des Zudenthums, dann müssen auch wir sagen, daß der Jude, welcher die geoffenbarte Religion, also die göttliche Wahrheit, verläßt, und sich der Lüge hingiebt, nicht selig werden kann. Aber eben darum, oh Jesus der Messias ist oder nicht ist, handelt es sich gerade, und mit dem bloßen Läugnen seiner Messiasschaft ist es nicht abgemacht, sondern es müssen unwiderlegliche Beweise dagegen gebracht werden, daß er durchaus nicht der verheißene Messias sein kann. Ist nun aber Jesus der verheißene Messias, dann hat das Zudenthum, wie es seit der Erscheinung Zesu bestanden hat, den größten Schatz verworfen, dann ist es von der Lehre Gottes abgefallen und hat sich der Lüge ergeben, und der Schluß ist, wer von Gott und seiner Lehre abfällt, der kann nicht selig werden,