Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 9 (9.1849)
- Date
- 1849-09-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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149 wissen. Und im Uebrigen mußt Du nicht denken, daß Dein Glück gerade auf E. gebaut ist. Du verstehst Deine Kunst tüchtig und da wird es nicht schwer halten, daß man Dir eine Anstellung als Werkführer in B. ausfindig macht. Ich kenne in M. mehrere, die diesen Schritt gethan, sie leben wieder auf unser» Glauben, sie sind von Zuden wohl gelitten und werden von Christen nicht beunruhigt. Kehre zurück, aber nur unter der Bedingung, daß Du Deine Gesinnung ändern willst. Lieber Joseph, Du hast uns schwer betrübt; wie unser Stammvater Zakob um seinen verlornen Sohn Joseph, also trauert die Mutter um den ihrigen und spricht: Zerrissen, zerrissen ist Joseph, (I. B. Mos. 37, 33.) hier und dort ist mein Sohn verloren. Dich hat man glauben gemacht, man wolle Deinen Frieden vermehren, aber man hat Dir die Seligkeit und uns den Frieden geraubt. Zch überschicke Dir hiebei einen Aufsatz, bitte Dich, denselben mit Bedacht und Ueberlegung zu lesen, und ich hoffe, daß es nicht ohne Wirkung bleiben wird. Siehe, lieber Bruder, thue dies unsrer lieben Mutter zu Liebe, Gott wjrd Dir helfen, denn Du warst ja ein gutes Kind gegen die Eltern. Gedenke welch einen praven seligen Vater wir hatten. Zch versichere Dir, das läßt sich recht leicht machen, besonders bei Dir. Unlängst hat sich N. H. von hier, Schuhmachergeselle, der in B. gearbeitet hat, taufen lassen, und jetzt lebt er in M. wieder als Jude. Das Nämliche ist der Fall mit dem Rabbinats-Kandidaten S. B. aus F. der sich zur Taufe hat verführen lassen, aber diesen Schritt gleich wieder bereut hat, und in Amsterdam wieder als Jude lebt, und dergleichen könnte ich Dir noch mehr schreiben. Zch bitte Dich, theurer Bruder, mache unsrer alten Mutter die Freude, wieder umzukehren. Zch versichre Dich, so wahr ich Dein Bruder bin. Du hast von Niemanden etwas zu fürchten. Zch muß nur staunen, wie Dir rin so böser Gedanke in den Sinn gekommen ist, aber es läßt sich ja noch ändern , und ich hoffe, Du wirst uns unsre Bitte nicht versagen, und wir werden Dir zu jeder Zeit beistehe». Schreibst Du ferner an uns, so wirst Du jedes Mal Antwort erhalten. Lebe indessen wohl. Dein treuer Bruder A. K. .