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Dibre Emeth · 1849-09-01 · 9 (9.1849) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
9 (9.1849)
Date
1849-09-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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148 ben und Dir in Kurzem sagen, welchen Eindruck Deine Briese auf mich gemacht habe». Sie haben mich sehr angegriffen, denn ich glaubte vergehen zu müssen vor Kummer und Schande. Ich ging aber damit zu einem aufgeklärten Manne, und ließ mir erklären, was Du eigentlich mit Deinem dummen Gewäsch haben willst. Derselbe hat zwei Zahre lang in einem protestantischen Schullehrer-Seminar zugebracht, Deinen angepriesenen Gegenstand genau kennen gelernt; hat auch öfters lange mit Missionaren darüber gesprochen, aber sie sind mit Schande von ihm gegangen. Dieser Mann überzeugte mich von der Wahrheit unsrer jüdischen Religion und von dem Zrrthume, in welchem Du lebst. Er hat auch aus Deinen Briefen, die ich (ihm) zeigte, geschlossen, daß Du ein lockerer Bursche gewesen sein mußt, daß Du aus Noch Wohlthaten angenommen hast, überlistet und überredet wurdest, daß Dein Gerede von Liebe zur Mutter und zu uns ein-leeres Gerede sei, so wie es überhaupt mit der ausposaunten christlichen Liebe der Fall ist, die mehr in Worten als in Werken sich zeigt. Denn die Christen wollen, wie Du ja selbst schreibst, durch die Werke nicht selig werden; Mildthätigkeit, Barmherzigkeit und gegenseitige Unterstützung, sind bei den Zuden eher zu Hause. Dies haben viele Nicht-Zsraeliten eingestanden, und das sollst Du erfahren, wenn Du wieder hieher kommst. Ich bin gegenwärtig hier, die Liebe Mutter zu besuchen. Du hast ihr ihren letzten Lebensrest verkümmert; der Gram über ihren doppelt verlornen Sohn hat sie aufs Krankenlager geworfen, und sie hat den Wunsch geäußert, mich und Israel noch einmal zu sehen, deshalb sind, wir die vorige Woche auf Besuch hieher gekommen. Israel ist bereits wieder nach M. abgereist, weil er nur einige Tage Urlaub hatte, desgleichen werde ich auch (bis) in einigen Tagen thun; denn die liebe Mutter scheint sich doch wieder etwas zu erholen. Sie wünscht auch Dich noch einmal zu sehen, aber Deine Gegenwart wird ihr nur angenehm sein, wenn Du nicht mit verstocktem Herzen kommst, und Dich von Deinem Zrrthum überzeugen läßt. Als Handwerksbursche kann Dir eine Reise nicht schwer fallen,, und Deine Reisekosten wird man Dir. zu vergüten

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