Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 6 (6.1849)
- Date
- 1849-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Zeit den Leidenskelch trinken und bis auf den letzten Tropfen ausleeren müssen, indem der in dem Gesetze angedrohte Fluch in seiner ganzen Schwere und seinem ganzen Umfange über dasselbe gekommen ist und noch bis auf den heutigen Tag auf ihm ruht. Dann aber verweisen wir auch noch auf die vielen Weissagungen von dem Messias, von der Bekehrung der Heiden durch ihn, und im Neuen Testamente vorzüglich auf die von dem Abfall der Kirche Christi, die theils buchstäblich erfüllt worden sind, theils noch täglich erfüllt werden, was genugsam beweist, daß die Schrift Wahrheit ist, oder daß sie nicht aus menschlichem Willen hervorgegangen ist, sondern daß die heiligen Männer Gottes geredet haben, getrieben von dem heiligen Geiste. Wer aller dieser geschichtlichen Thatsachen ungeachtet, die so außer allem Zweifel gestellt sind, wie zwei mal zwei vier ist, dennoch nicht glaubt, daß die Bibel Gottes Wort und darum auch ewige Wahrheit ist, sondern noch andere Beweise dafür fordert, dem ist in keiner Weise zu helfen, der würde auch nicht glauben, wenn auch Gott selbst vom Himmel herab käme und mit ihm redete, der wird aber auch den angedrohten Strafen und dem Gerichte Gottes nicht entgehen. Wir sehen also, daß die Revolution, wir mögen sie vom politischen oder biblischen Standpunkte aus betrachten, uns keine erfreulichen und heitern, sondern nur traurige und trübe Aussichten für die Zukunft eröffnet; und diese Aussichten gestalten sich noch um so bedenklicher und Gefahr bringender, als die Revolution durchaus von dem anttchristischen Geiste hervorgcrufm worden ist und von demselben gettagen wird, und die Zahl derer von Tag zu Tage wächst, welche diesem Geiste huldigen. Wir haben nichts anders zu erwarten, als daß die Strafgerichte Gottes von allen Seiten über die abgefallene Christenheit Hereinbrechen werden, wie sie so oft über das abgefallene Zsrael hereingebrochen sind, zuletzt bei und nach der Zerstörung Zerusalems durch Titus. Der Herr wird seinen Zornbecher nehmen und allen Völkern daraus zu trinken geben, und dann werden wir Dinge sehen und erleben, wie sie die Weltgeschichte bisher noch nicht aufznweisen hat. 7*