Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 3 (3.1849)
- Date
- 1849-03-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554598-2554602--00975-2556789- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Und nun, indem ich noch ein Mal unsre Kirche, Unser Werk und alle die unsrer Fürsorge anvertraut find, Juden und Nichtjuden, der Liebe und Fürbitte aller derer empfehle, welche mit uns denselben theuren Glauben überkommen haben, und in demselben erwarten, daß Z er usalem nochmals zur Zierde auf Erden werden wird, unterzeichne ich mich, meine theuren Brüder, in aller Demuth als Euern Bruder und Diener. Zerusalem, den 28. Oktober 1848. S. Aug. Hterofol. Ein Zeichen der Zeit. Wie uns die Allg. Z. d. Zudenth. erzählt, (No. 3., Seite 32 — 34.) wurde Ende vorigen Jahres in Wick, Regierungs- Bezirk Stralsund, ein Jude von einem Christen zum Taufzeugen seines Kindes gewählt. Herr Israel, so heißt der Jude, trug „als freifinniger Jude" kein Bedenken, die Pathenstelle anzunehmen, setzte jedoch vorher den Herrn Pastor Rassow in Prerow davon in Kenntniß, damit er flch nicht der Unannehmlichkeit aussetzen möge, bei seinem Erscheinen am Taufsteine von demselben zurückgewiesen zu werden. Herr Pastor Rassow erwiederte Herrn Israel natürlich, „daß bei der Aufnahme in die christliche Kirche nur Christen als Taufzeugen zaläsfig find". Herr Israel kann fich jedoch bei dieser Antwort nicht beruhigen, sondern wendet fich an Herrn vr. Philippson, „als einen Kämpfer für Freiheit und Recht" mit der Bitte, seine Ansichten in der Allg. Z. d. Zudenth. darüber auszusprechen, „ob von jüdischer Seite Bedenken gegen Uebernahme des Amtes eines Pathen, oder ob nach den jetzigen Verhältnissen der jüdische Pathe vom christlichen Prediger auf Verlangen der Eltern des Kindes nicht anerkannt werden muß". Also ein jüdischer Rabbi wird aufgefordert zu entscheiden, wie fich ein christlicher Prediger verhalten müsse, wenn ein Jude am Taufsteine als Pathe eines Kindes erscheint, und es wird bald dahin kommen, daß die Rabbinen werden aufgefordert werden, wie und wenn überhaupt die christlichen Prediger ihre Amtshandlungen zu