Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1848-11-01 · 11 (11.1848) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
11 (11.1848)
Date
1848-11-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554584-2554596--00896-2556706
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

müssen, daß die Juden vollkommen Recht haben, wenn sie, wie schon ihre Väter, besonders die Zeitgenossen Zesv, auch' heute noch in ihm einen Propheten erwartendenn er ist dann wahrhaftig-ein Prophet. Was nun zunächst das Erfülltsein mit dem heilige» Geiste betrifft, so wird wohl Niemand, leugnen können, daß dies bei dem Messias in einem weit höheren Maße der Fall sein soll, als bei irgend einem andern Propheten. Von ihm heißt es ZesaiaS 11, 2.: „Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und Furcht des Herrn." Und wiederum Kap. 42, 1.: „Siehe das ist mein Knecht,fich erhalte ihn; und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen-hat. Ich habe auf ihn meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen." Und Kap. 61, 1—3 : „Der Geist des Herrn ist über mir, darum hat mich der Herr gesalbtt. Er hat mich gesandt den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Oeffnung." tc. Sind das nun Weissagungen von dem Messias, wie wir wohl alle, wir seien Juden oder Christen, gern zugeben werden, so kann es doch gewiß nicht im geringsten bezweifelt werden, daß er im reichsten Maße mit dem heiligen Geiste erfüllt sein soll, in einem Maße wie vor ihm kein Prophet. Das aber berechtigt uns schon zu der Annahme, daß er auch ein Lehrer und Bußprediger sein werde, und zwischen ihm und Gott das allerinnigfie Berhältniß stattsinden müsse. Denn so Jemand mit dem Geiste Gottes erfüllt und von ihm erleuchtet ist, der muß auch den Willen. Gottes nicht nur erkennen, sondern auch thun. Der Wille Gottes aber ist der, daß allen Menschen geholfen -werde und daß sie alle zur Erkennwiß der Wahrheit gelangm, was doch aber nur geschehen kann, wenn sie in dem Wege des Heils unterrichtet und mit dem Rathschluffe Gottes zu ihrer -Seligkeit bekannt gemacht werden, also wenn ihnen das Wort Gottes gepredigt wird. (Schlag fotzt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.