Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 6 (6.1848)
- Date
- 1848-06-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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106 neu, indem ein Jeglicher sich bekehre von seiner Bosheit." Wenn wir aber in das liebende Herz eines Paulus blicken, wie er uns dasselbe in seinem Römerbriefe öffnet, so schwindet diese Anklage gegen diesen Helden Gottes in Nichts, ja wir lernen gerade das Gegentheil kennen; denn also spricht er im 9. Kapitel: „Ich sage die Wahrheit in Christo und lüge nicht, deß mir Zeugniß giebt mein Gewissen in dem heiligen Geist: daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinein Herzen habe. Denn ich habe gewünschet selber verbannet zu seyn von Christo für meine Brüder,^ die meine Gefteundte sind nach dem Fleisch; die da sind von Israel, welchen gehöret die Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse, und die Gesetzgebung und der Gottesdienst, und die Verheißungen: Welcher sind die Väter, und aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über Alles, gelobt in Ewigkeit, Amen. Welch eine warme, überströmende Liebe zu seinem Volke! Wenn nur ein Bischen derselben die Herzen der Christen im Allgemeinen beseelen würde, wie mancherlei Unbill hätten wir in den letzten Monaten nicht zu beklagen gehabt! Aber daran fehlt es in der Christenheit, weil es an der rechten Erkenntniß dessen gebricht, was wir dem Herrn Christus und seinen Brüdern nach dem Fleische zu verdanken haben. Aber ebenso fehlt es an rechter Erkenntniß der Wahrheit den Stimmführern des heutigen Israels. Herr Ad. Zellinek spricht in dem angeführten Aussatze von einem sehr veränderten Zudenthum, das nicht mehr das ist, wie vor zweitausend Jahren. Dieß aber ist nicht wahr. Wie die Propheten den Verfall Israels schon zur Zeit des alten Bundes schilderten und wie wir Israel in Partheien zertheilt finden, in Pharisäer und Saducäer, wie sie die Apostel einfach in ihren Erzählungen darstellen, wie sie Israel mit eigenen Augen gesehen und unter ihnen gelebt hatten, so und nicht anders ist Israel noch. Za noch mehr müssen wir zur Steuer der Wahrheit sagen; Israel hat sich durch die Abfassung des Talmuds in offenem Gegensatz gegen das Christenchum fixirt; es hat diesen Gegensatz durch viele seiner Gebete und durch seine dreizehn Glaubensartikel populär gemacht und bis