Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 2 (2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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27 sich nach Ruhe sehnt, diese zu verscheuchen. Froh ist er, wenn er das liebe. Tages-Licht wieder erblickt, den finsteren, schmutzigen Ort verlassen und in der angenehmen Gegend seine Reise fortsetzen kann, bis der Abend ihn wieder nöthigt, eine ähnliche Herberge zu suchen, wenn er nicht etwa in größeren Städten durch glücklichen Zufall ein besseres Unterkommen bei Christen findet. In dem Städtchen Kasimir nun lebte im ersten Drittel dieses Jahrhunderts der obengenannte Israelit Abraham Schwarzenberg. Längere Zeit hindurch stand er im Dienst eines jüdischen Getreide- Händlers, bis dieser einen bedeutenden Bankerott machte, viele Leute um das Ihrige brachte und dann, weil er ein guter Talmudist war, Rabbiner von Lublin wurde, was, beiläufig gesagt, ein Licht auf den sittlichen Zustand des polnischen Rabbinats und Judenthums überhaupt wirst. Unser Abraham Schwarzenberg erwarb und bewahrte sich indeß in jener Gegend das Zeugniß eines redlichen Mannes und suchte sich und die Seinigen ehrlich zu ernähren. Auch unterließ er nicht, aridere Juden, an denen er Unredlichkeit bemerkte, ernstlich zu strafen und sie auf das göttliche Gesetz in den Büchern Mosis zu verweisen, weswegen er von den Juden allgemein geachtet wmde. Nrm geschah es einst, daß dortige Inder: von einer Reise zurückkehrten rrrrd ein hebräisches neues Testaurerrt rrebst arrderen christlichen Schriften in hebräischer und polnisch-jüdischer Sprache, die sie von Missionaren erhalten hatterr, rnit nach Hause brachten. Diese Bücher gelangten auch in die Hände Abrahams. Er las sie mit großer Aufmerksamkeit und erklärte dann den Juden, daß sie die ihnen allen nöthige urrd heilsame Lehre enthielten. Je auftnerksamer er das neue Testaurerrt las und mit dem alterr verglich, desto urehr wurde er von seinem göttlichen Inhalte urrd Ansehen überzeugt, und desto entschiedener firrg er auch an, die heilsamen Lehren desselben Andern zu verkündigen. Aber leider fand er wenig Beifall, ja setzte sich dadurch sogar Gefahrerr aus. Er erkundigte sich mm angelegentlich nach den Missiorraren, welche jene Bücher verbreitet hatterr. Die Juderr jedoch, die seiner: Abfall befürchteten, indem sie die Aufrichtigkeit seiner Ueberzeugung nicht